Digitalisierung und Arbeitswelt

Digitalisierung und Arbeitswelt

Infografik Nr. 247270

Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet unaufhaltsam voran. Technische Innovationen finden ihren Weg in den Produktionsprozess und verändern damit zwangsläufig auch die Arbeitslandschaft. Manche Tätigkeiten werden überflüssig. Aber die menschliche Arbeitskraft ist deshalb keineswegs abgeschrieben.

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Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet unaufhaltsam voran. Technische Innovationen finden ihren Weg in den Produktionsprozess und verändern damit zwangsläufig auch die Arbeitslandschaft. Manche Tätigkeiten werden überflüssig, das Profil der Anforderungen an die Arbeitsplätze ändert sich, gestern noch unentbehrliches „Gewusst-wie“ wird durch exakte Computersteuerung abgelöst und Roboter ersetzen die Beschäftigten in den Werkhallen. Aber die menschliche Arbeitskraft ist deshalb keineswegs abgeschrieben. Denn zum einen entsteht eine Nachfrage nach neuen Qualifikationen und Berufen im Umfeld der digitalisierten Wirtschaft und zum anderen wächst in Bereichen, die der Digitalisierung weniger ausgesetzt sind, der Bedarf an Personal. 

Mithilfe von Modellrechnungen, die das komplexe Wirkungsgeflecht der Volkswirtschaft nachbilden, versuchen Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) die künftigen Effekte der Digitalisierung für die Arbeitswelt vorauszuschätzen. Ihr Ergebnis: Nimmt man an, dass die deutsche Wirtschaft bis 2035 vollständig digitalisiert wird, ändert sich - im Vergleich zu einer Entwicklung, die nur den bisherigen Trendverlauf fortsetzt, - kaum etwas an der Gesamtzahl der Beschäftigten. So ist für das Jahr 2035 bei umfassender Digitalisierung mit dem Wegfall von 1,46 Mio Arbeitsplätzen zu rechnen, der durch die Entstehung von 1,40 Mio neuen Arbeitsplätzen fast gänzlich aufgewogen wird. Unterhalb der Gesamtebene sind jedoch deutliche Verschiebungen zwischen Branchen, Berufen und Anforderungsniveaus zu erwarten.

In branchenmäßiger Betrachtung müssten sich vor allem das Verarbeitende Gewerbe, die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, aber auch Teile des Handels und der wirtschaftlichen, technischen und sonstigen Dienstleistungen auf den Wegfall von Arbeitsplätzen gefasst machen, während im Bereich Information und Kommunikation die meisten neuen Jobs entstehen. Bei den Berufen wären vor allem die Maschinen- und Anlagensteuerung sowie Büroberufe und kaufmännische Dienstleistungen durch rückläufige Nachfrage von den Folgen der Digitalisierung betroffen. Für Medienberufe, IT-Berufe, Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaftler sowie Sozial- und Gesundheitsberufe ergäben sich hingegen zusätzliche Chancen. Dies würden sich je nach der gegebenen Wirtschafts- und Branchenstruktur auch regional unterschiedlich auswirken: Manche Regionen könnten von positiven Arbeitsmarkteffekten einer umfassenden Digitalisierung stärker profitieren, andere würden eher die negativen Auswirkungen zu spüren bekommen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2018
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