Geringfügige Beschäftigung

Geringfügige Beschäftigung

Infografik Nr. 253485

Geringfügige Beschäftigung – 450-Euro-Jobs

Viele Menschen sind daran interessiert, ihr Einkommen durch ein paar Euro neben der Schule oder dem Studium, dem Haushalt, dem Beruf o ...

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Geringfügige Beschäftigung – 450-Euro-Jobs

Viele Menschen sind daran interessiert, ihr Einkommen durch ein paar Euro neben der Schule oder dem Studium, dem Haushalt, dem Beruf oder der Rente aufzubessern. Auf der anderen Seite besteht ein großer Bedarf an flexibel einsetzbaren Arbeitskräften. Um derartige Beschäftigungen zu erleichtern, wurden im Jahr 2003 stark vereinfachte Regelungen für so genannte Minijobs eingeführt. Im Herbst 2012 betrafen sie rund 7 Millionen Beschäftigte und mehr als 2 Millionen Arbeitgeber. Ab 1.1.2013 gelten für diesen Sektor des Arbeitsmarkts einige wichtige Neuerungen.

Die Verdienstgrenze für eine geringfügig entlohnte Dauerbeschäftigung liegt nunmehr bei 450 € im Monat. Für den Arbeitnehmer ist eine Beschäftigung unterhalb dieser Grenze sozialversicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, d.h. er zahlt keine Beiträge, erwirbt aber auch keinen eigenen Versicherungsschutz. Minijobs, die ab 1.1.2013 beginnen, sind jedoch anders als zuvor rentenversicherungspflichtig. Zwar kann sich ein Beschäftigter durch schriftliche Mitteilung an den Arbeitgeber von dieser Pflicht befreien lassen, verzichtet er darauf, erwirbt er mit seinen Beiträgen aber vollgültige Versicherungszeiten in der Rentenversicherung. Beschäftigte, die bereits einem rentenversicherungsfreien Minijob nachgingen, unterliegen der Neuregelung, sobald ihr Verdienst über die frühere 400-Euro-Grenze hinaus ansteigt.

Der Arbeitgeber zahlt nach wie vor nur eine Pauschalabgabe an eine zentrale Einzugsstelle. Für Minijobs im gewerblichen Bereich beträgt diese Pauschale 30% des Arbeitsentgelts. Davon gehen 15% an die Rentenversicherung, 13% an die gesetzliche Krankenversicherung und 2% als Pauschsteuer an den Fiskus. Handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung in einem privaten Haushalt, beträgt die Pauschale insgesamt lediglich 12% (5% Rentenversicherung, 5% Krankenversicherung, 2% Pauschsteuer). Hinzu kommen kleinere Beträge für die Unfallversicherung, die Insolvenzgeldumlage und eine Umlage für Aufwendungen der Arbeitgeber bei Krankheit und Mutterschaft. Die rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer bringen aus der eigenen Tasche die Differenz zwischen dem pauschalen Rentenbeitrag des Arbeitgebers (15% bzw. 5%) und dem vollen Beitragssatz zur Rentenversicherung (2013: 18,9%) auf. Bei der Berechnung dieses Eigenbeitrags wird von einem monatlichen Entgelt von 175 € ausgegangen, auch wenn der gezahlte Lohn tatsächlich niedriger ist.

Für kurzfristige (Saison-)Beschäftigungen und Nebenbeschäftigungen gelten abweichende Regelungen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 12/2012
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