Beteiligung am Erwerbsleben

Beteiligung am Erwerbsleben

Infografik Nr. 247120

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Von den rund 82,4 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, befinden sich zwei Drittel im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. So gerechnet, schöpft die deutsche Wirtschaft aus einem Potenzial von rund 54 Millionen Arbeitskräften. Die tatsächliche Beteiligung am Erwerbsleben ist aber geringer. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus waren 2016 im Durchschnitt etwa 43 Millionen Menschen dieses Alters (78 %) in die Arbeitswelt eingebunden – entweder als Erwerbstätige oder aber als Erwerbslose, die sofort für eine neue Beschäftigung zur Verfügung stehen. In Teilen der Bevölkerung – je nach Alter, Geschlecht oder (Ost/West-)Herkunft – weicht die Erwerbsbeteiligung allerdings deutlich von diesem Durchschnittswert ab.

Für den weit überwiegenden Teil der männlichen Bevölkerung gehört die Aufnahme einer Erwerbsarbeit ganz selbstverständlich zum Lebensplan. So nehmen von den Männern zwischen 15 und 64 Jahren im Durchschnitt 82 % am Erwerbsleben teil; in den mittleren Jahrgängen steigt die durchschnittliche Erwerbsquote sogar auf über 93 %. Dabei ist die Erwerbsbeteiligung in Westdeutschland in allen Altersgruppen etwas höher als im Osten. Der Ausstieg aus dem Erwerbsleben setzt schon weit vor der Altersgrenze von 65 Jahren ein, doch ist eine Trendwende erkennbar: Nahmen im Jahr 2000 nur etwa 30 % der 60- bis 64-jährigen Männer noch am Erwerbsleben teil, so waren es 2016 schon rund 65 %. Und auch von den Älteren ab 65 geht ein steigender Prozentsatz noch einer Erwerbsarbeit nach (2016: 9 %).

Zeigen die Kurven der Erwerbsbeteiligung bei den Männern in Ost- und Westdeutschland insgesamt weitgehende Übereinstimmung, so ist das Erwerbsverhalten der Frauen durch deutliche Ost-West-Unterschiede gekennzeichnet. In den neuen Ländern (einschl. Berlin) sind in den mittleren Altersgruppen zwischen 85 und 90 % der Frauen berufstätig bzw. momentan erwerbslos; im alten Bundesgebiet bewegt sich die Erwerbsquote dieser Jahrgänge zwischen 78 und 86 %. Gleich nach der deutschen Einigung bestanden sogar noch wesentlich größere Unterschiede: Waren die Frauen in der ehemaligen DDR voll in die Arbeitswelt integriert, so verzichteten in der früheren Bundesrepublik viele Frauen zugunsten ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter auf eigene Erwerbstätigkeit, wenn auch meist nur für eine begrenzte Lebensphase. Seitdem ist die Erwerbsbeteiligung der Frauen in Westdeutschland – nicht zuletzt in Form von Teilzeit- oder geringfügiger Beschäftigung – aber kräftig gestiegen, während sie in Ostdeutschland, vor allem bei den jüngeren Frauen, zurückging.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2017
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