Die Arbeitskräfte von morgen

Die Arbeitskräfte von morgen

Infografik Nr. 247705

Die künftige Entwicklung des Arbeitskräfteangebots hat Auswirkungen auf fast alle Bereiche der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Politik, insbesondere der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Es is ...

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Die künftige Entwicklung des Arbeitskräfteangebots hat Auswirkungen auf fast alle Bereiche der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Politik, insbesondere der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Es ist deshalb sinnvoll, die denkbaren Entwicklungslinien mit Hilfe von Modellrechnungen durchzuspielen und damit eine vorausschauende Planung zu ermöglichen. Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) legt dazu eine neue Projektion des Erwerbspersonenpotenzials in Deutschland vor, die bis ins Jahr 2060 reicht. Die Projektion beruht im Wesentlichen auf Annahmen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung. Viele Faktoren, die diese Entwicklung bestimmen, sind heute schon gegeben und bilden somit ein relativ festes Gerüst für die Vorausberechnungen: So zum Beispiel der Altersaufbau der Bevölkerung, anhand dessen sich bis weit in die Zukunft hinein voraussagen lässt, wie stark die Jahrgänge sein werden, die künftig am Erwerbsleben teilnehmen. In anderen Einflussgrößen spiegeln sich gesellschaftliche Verhaltensweisen, die über einen längeren Zeitraum stabil verlaufen, sich aber durchaus verändern können. Als für den Arbeitsmarkt bedeutsame Variable ist darunter besonders die Erwerbsbeteiligung einzelner Bevölkerungs- und Altersgruppen hervorzuheben.

Ausgangspunkt der vom IAB durchgerechneten Entwicklungsvarianten ist das Jahr 2015, in dem es in Deutschland ein potenzielles Arbeitskräfteangebot von rund 45,8 Millionen Menschen gab. Da die erwerbsfähige Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten zurückgeht und deutlich altert, ist damit zu rechnen, dass das Arbeitskräftepotenzial langfristig schrumpft. Zugleich wird der Altersdurchschnitt der verfügbaren Arbeitskräfte spürbar ansteigen. Im Extremfall könnte das Erwerbspersonenpotenzial bis 2060 auf 28,6 Mio sinken – dann nämlich, wenn die Bevölkerungsentwicklung in den sich heute abzeichnenden Bahnen verläuft, keine Zuwanderung stattfindet und die Erwerbsbeteiligung auf dem heutigen Stand bleibt. Die demographisch bedingte Abwärtsbewegung ist dabei so stark, dass sie auch durch eine deutlich steigende Erwerbsquote (wenn mehr Frauen und ältere Menschen arbeiten gehen) kaum abgebremst würde.

Stärker verlangsamen lässt sich die Verknappung des Arbeitskräfteangebots nur, wenn Deutschland eine Zuwanderung beträchtlichen Umfangs aus dem Ausland anzieht. Doch selbst unter der Annahme, dass jährlich im Durchschnitt 200000 Personen mehr zu- als abwandern, ist ab 2020 mit einer rückläufigen Entwicklung zu rechnen. Erst bei einem Wanderungsüberschuss von 400000 Personen pro Jahr und einer steigenden Erwerbsbeteiligung bleibt der Pool an Arbeitskräften bis 2060 annähernd konstant.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2017
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