Arbeitslosigkeit in Deutschland seit 1950

Arbeitslosigkeit in Deutschland seit 1950
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Seit Beginn der 50er Jahre unterliegt die Arbeitslosigkeit in Deutschland starken Schwankungen. Anfang 2005 stieg die Arbeitslosenzahl vorübergehend auf mehr als 5 Mio. Dann entfalteten die Reformen in einem weltwirtschaftlich günstigeren Umfeld ihre Wirkung, so dass die Arbeitslosigkeit massiv zurückging. Diese Entwicklung wurde auch durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 nur kurzzeitig unterbrochen.

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Als die Bundesrepublik Deutschland 1949 gegründet wurde, befanden sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt in schwieriger Lage. Der kurze Boom nach der Währungsreform 1948 war einer wachstumsschwächeren Phase gewichen, in der die Arbeitslosenzahl Anfang 1950 auf über 2 Mio anstieg. Schwerpunkte der Arbeitslosigkeit lagen in den ländlichen Notstandsregionen mit hohem Flüchtlings- und Vertriebenenanteil und in West-Berlin. Der Koreakrieg verhalf der westdeutschen Industrie jedoch zu einer steigenden Nachfrage. Mit dem nun kräftig einsetzenden Wachstum entspannte sich die Arbeitsmarktlage, zumal der forcierte Wohnungsbau eine bedarfsgerechte regionale Umverteilung der Arbeitskräfte ermöglichte. Innerhalb eines Jahrzehnts entstanden nahezu 5 Mio zusätzliche Arbeitsplätze; die anfängliche Massenarbeitslosigkeit schlug in Vollbeschäftigung und schließlich gar Arbeitskräftemangel um.

Nach dem Bau der Mauer (1961), der den Flüchtlingsstrom aus der DDR unterbrach, wurden zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs zunehmend „Gastarbeiter“ aus den Mittelmeerländen angeworben. 1973 setzte die Regierung der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte wieder ein Ende. Inzwischen war die westdeutsche Wirtschaft an einem Wendepunkt ihrer Entwicklung angekommen. Industriebranchen wie Kohle und Stahl, Schiffbau und Textilindustrie gerieten unter Druck; für die Bauwirtschaft endeten die goldenen Aufbaujahre; und mit der Ölkrise stürzte die Wirtschaft 1974 / 75 in eine tiefe Rezession. Die Arbeitslosigkeit setzte sich nun dauerhaft fest. Jeder weitere Konjunkturrückschlag hinterließ einen höheren „Sockel“ an Dauerarbeitslosigkeit. Ursache dafür war der strukturelle Beschäftigungsrückgang im Produzierenden Gewerbe, für den sich im Dienstleistungssektor (noch) kein ausreichender Ersatz bot.

Nach der deutschen Einigung erreichte die Beschäftigungskrise eine neue Dimension. Ostdeutschland büßte im wirtschaftlichen Umbruch rund 3 Mio Arbeitsplätze ein. Und überall in Deutschland setzten Unternehmen auf Rationalisierung, um wettbewerbsfähiger zu werden; zugleich baute der öffentliche Dienst Beschäftigung ab. Um den Arbeitsmarkt durchlässiger zu machen, wurde 2003 -2005 ein Bündel weitreichender Reformen in Kraft gesetzt. Anfang 2005 stieg die Arbeitslosenzahl vorübergehend auf mehr als 5 Mio. Dann entfalteten die Reformen in einem weltwirtschaftlich günstigeren Umfeld ihre Wirkung, so dass die Arbeitslosigkeit massiv zurückging. Diese Entwicklung wurde auch durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 / 09 nur kurzzeitig unterbrochen. Inzwischen zeichnet sich ab, dass eine schwächere Weltkonjunktur und der Mangel an Fachkräften den weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit verlangsamen.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2019
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