Höher qualifiziert – seltener arbeitslos

Höher qualifiziert – seltener arbeitslos

Infografik Nr. 258332

Wer über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, hat bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt und ist weniger von Arbeitslosigkeit bedroht. Dieser Zusammenhang ist weithin bekannt und doch überrascht es, wie stark sich das Beschäftigungsrisiko nach dem Grad der Ausbildung unterscheidet.

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Wer über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, hat bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt und ist weniger von Arbeitslosigkeit bedroht. Dieser Zusammenhang ist weithin bekannt und doch überrascht es, wie stark sich das Beschäftigungsrisiko nach dem Grad der Ausbildung unterscheidet. Wie aus Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht, waren in Deutschland 2018 im Durchschnitt 5,3 % der Erwerbspersonen arbeitslos. Bei den Personen ohne Berufsabschluss lag die Arbeitslosenquote mit 17,4 % aber mehr als dreimal so hoch. Die beiden anderen Qualifikationsgruppen waren dagegen in viel geringerem Maß von Arbeitslosigkeit betroffen: Von den Personen mit mittlerer Qualifikation (d.h. mit abgeschlossener Lehre, Fachschulabschluss, Meister- oder Technikerausbildung) waren 3,4 % ohne Beschäftigung und von den Hochqualifizierten (mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss) sogar nur 2,0 %. Auch wenn es sich bei den Hochschulabsolventen häufig um befristete Arbeitsverhältnisse oder in anderer Weise „prekäre“ Stellen handelt, haben sie die geringsten Schwierigkeiten, eine Arbeit zu finden.

Seit dem Höhepunkt der Arbeitslosigkeit im Jahr 2005 gingen die jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquoten zwar in allen Qualifikationsgruppen zurück, aber während sie sich für die Erwerbspersonen mit abgeschlossener beruflicher Ausbildung bis 2018 mehr als halbierten, reduzierten sie sich für die Geringqualifizierten nur um rund ein Drittel (von 26,0 auf 17,4 %).

Dass Menschen ohne Ausbildung viel stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind, zeigt sich auch im Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland. Im Osten (einschließlich Berlin) liegt die Arbeitslosenquote insgesamt noch höher als im Westen: 2018 bei 6,7 % gegenüber 5,0 % im alten Bundesgebiet. Die Arbeitsplatzchancen sind dort aber nicht anders als im Westen vom Qualifikationsniveau abhängig und somit sehr ungleich verteilt. Erwerbspersonen ohne Ausbildung waren in Ostdeutschland 2018 zu 26,5 % arbeitslos, mit mittlerer Qualifikation zu 5,1 % und mit Hochschulausbildung zu 2,7 %. Die Vergleichswerte für Westdeutschland lagen für die untere Qualifikationsebene bei 16,1 %, für die mittlere bei 2,9 % und für die obere bei 1,9 %. Wie die Forscher des IAB betonen, ist berufliche Qualifikation „der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“. Sie ist nicht nur für den Einstieg ins Erwerbsleben bedeutsam, sondern auch für Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten. Und wer einen Arbeitsplatz hat, sollte die berufliche Qualifizierung als ständige Aufgabe begreifen, um auch für den Wandel in der Arbeitswelt gerüstet zu sein.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2019
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