Kurzarbeit

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Infografik Nr. 258511

Kurzarbeit

Kurzarbeit ist ein Instrument der Arbeitsmarktpolitik. Es gibt Unternehmen die Möglichkeit, einen Mangel an Beschäftigung zu überbrücken, ohne Mitarbeiter entlassen zu müsse ...

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Kurzarbeit

Kurzarbeit ist ein Instrument der Arbeitsmarktpolitik. Es gibt Unternehmen die Möglichkeit, einen Mangel an Beschäftigung zu überbrücken, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Sie können so die eingespielte Belegschaft und das betriebliche Wissen erhalten. Die betroffenen Arbeitnehmer leisten übergangsweise nur einen Teil ihrer regulären Arbeitsstunden; im Extremfall fällt die Arbeit sogar ganz aus („Kurzarbeit Null“). Die dadurch verursachten Lohneinbußen werden zu Teilen durch staatliche Leistungen (Kurzarbeitergeld) aufgefangen. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitsmangel auf wirtschaftlichen Gründen (Absatzmangel, Rohstoffmangel, betriebliche Umstellung usw.) oder auf einem unabwendbaren Ereignis (z.B. einer Naturkatastrophe) beruht, dass er vorübergehend und nicht vermeidbar ist und dass mindestens ein Drittel der Beschäftigten dadurch mehr als 10 % ihres monatlichen Bruttolohns einbüßen.

Kurzarbeit wird zwischen Unternehmen und Betriebsrat vereinbart; wo es keinen Betriebsrat gibt, müssen die betroffenen Arbeitnehmer zustimmen. Der Arbeitgeber muss den Arbeitsausfall bei der zuständigen Arbeitsagentur schriftlich anzeigen. Sind die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, haben die Arbeitnehmer für die Lohnausfälle während der Kurzarbeit Anspruch auf Kurzarbeitergeld der Bundesagentur für Arbeit. Das Kurzarbeitergeld deckt 60 % (bei kinderlosen Arbeitnehmern) bzw. 67 % des entfallenden Nettolohns ab. Es ist regulär auf sechs Monate begrenzt, die Bezugsdauer kann in wirtschaftlich angespannten Zeiten aber auf bis zu 24 Monate verlängert werden – so geschehen 2009 vor dem Hintergrund des dramatischen Wirtschaftseinbruchs. Ab 2013 galt eine auf 12 Monate verlängerte Bezugsdauer. Die Arbeitgeber müssen 80 % der Sozialversicherungsbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden tragen; im Rahmen der krisenbedingten Sonderregelungen wurden sie aber zeitweilig davon entlastet. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitmarkt und Berufsforschung (IAB) gelang es 2009, durch Kurzarbeit und durch Verrechnung von Arbeitszeitguthaben mehr als 1 Million Jobs zu sichern. Nicht zuletzt daraus erklärt sich die überraschend schnelle Überwindung der Krise.

Neben der Kurzarbeit aus wirtschaftlichen Gründen regelt das Sozialgesetzbuch III in besonderen Bestimmungen auch die Saison- und die Transferkurzarbeit. Saisonkurzarbeitergeld wurde 2006 eingeführt und löste die frühere Winterbauförderung ab. Es soll die Beschäftigung im Baugewerbe bei witterungsbedingtem Arbeitsausfall oder Auftragsmangel stabilisieren. Transferkurzarbeitergeld erhalten Arbeitnehmer, die nach einer betrieblichen Umstrukturierung in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2015
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