Wohnungslos - warum?

Wohnungslos - warum?

Infografik Nr. 378521

Wohnungslose sind Menschen, die über keinen mietrechtlich abgesicherten Wohnraum verfügen, sei es, dass sie sich in Heimen, Anstalten, Notunterkünften, Asylen oder Frauenhäusern aufhalten, vorübergehend in Billigpensionen untergekommen sind, bei Freunden, Bekannten und Verwandten Aufnahme gefunden haben, oder – im Extremfall – auf der Straße leben. Die BAG W schätzt, dass das mehr als 40 000 Menschen betrifft.

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Der Verlust der eigenen Wohnung ist für die davon betroffenen Menschen ein tief einschneidendes Ereignis. Zwar kommt er in der Regel nicht ganz überraschend. Aber wer die bisherige Wohnung dann verlassen muss, ohne ein neues Mietverhältnis in Aussicht zu haben, befindet sich in einer akuten Notlage. Eine Anlaufstelle für solche Notfälle sind die sozialen Dienste und öffentlichen Einrichtungen, die sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) zusammengeschlossen haben. Sie bieten Betroffenen eine Unterkunft oder Beratung an und können sie so vor der Obdachlosigkeit bewahren.

Wohnungslose sind Menschen, die über keinen mietrechtlich abgesicherten Wohnraum verfügen, sei es, dass sie sich in Heimen, Anstalten, Notunterkünften, Asylen oder Frauenhäusern aufhalten, vorübergehend in Billigpensionen untergekommen sind, bei Freunden, Bekannten und Verwandten Aufnahme gefunden haben, oder – im Extremfall – auf der Straße leben. Die BAG W schätzt, dass sich in Deutschland im Laufe des Jahres 2018 rund 678 000 Menschen ohne Mietvertrag arrangieren mussten; zwei Drittel davon (441 000) waren als wohnungslos anerkannte Geflüchtete. Mehr als 40 000 Menschen hatten gar kein Dach über dem Kopf.

Die Auslöser für den tatsächlichen oder drohenden Verlust der bisherigen Wohnung sind oft vielfältig, mehrere Faktoren kommen zusammen. Hauptauslöser sind bei nahezu jedem Fünften (19 %) Miet- oder Energieschulden – das geht aus den Angaben von Hilfesuchenden im Jahr 2018 hervor. Weitere häufige Ursachen waren eine Trennung vom Lebenspartner (16 %), ein Ortswechsel (15 %) und Konflikte im Wohnumfeld (15 %). In 9 % der Fälle verließen junge Leute das Elternhaus, ohne eine eigene Wohnung beziehen zu können. 8 % verloren ihre Wohnung auf Grund eines Haftantritts. Die Gefahr, die Wohnung zu verlieren, steht in einem engen Zusammenhang mit der Beschäftigungssituation der Betroffenen: 86 % der Hilfesuchenden waren ohne Arbeit und 29 % verfügten über kein eigenes Einkommen. Nicht selten hat der soziale Absturz seine Spuren hinterlassen und erschwert die Integration der Wohnungsuchenden, die häufig nicht zum ersten Mal ohne Bleibe sind.

Bei ihren Zahlen zur Struktur der Wohnungslosigkeit stützt sich die BAG W auf anonymisierte Datensätze aus 191 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, die rund 44 500 Klienten umfassen. Ab 2022 soll eine bundesweite gesetzliche Statistik, die Wohnungslosenberichterstattung, die Datenlage zu Ausmaß und Struktur der Wohnungslosigkeit auf eine breitere Basis stellen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2020
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