Bestand an Wohnungen

Bestand an Wohnungen

Infografik Nr. 378512

Die Kosten des Wohnens und der Mangel an bezahlbaren Wohnungen haben sich in den letzten Jahren zu einem der drängendsten sozialen Probleme in Deutschland entwickelt. Entgegen den Prognosen, die einen allenfalls schwachen und vorübergehenden Bevölkerungszuwachs annahmen, verzeichnete die Bundesrepublik seit der Volkszählung 2011 kräftig steigende Einwohnerzahlen. Zur Deckung der Wohnungsnachfrage genügt es nicht, wenn Wohnungsbestand und Einwohnerzahl rein rechnerisch im Gleichgewicht sind. Notwendig ist ein bedarfsgerechtes Wohnraumangebot.

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Die Kosten des Wohnens und der Mangel an bezahlbaren Wohnungen haben sich in den letzten Jahren zu einem der drängendsten sozialen Probleme in Deutschland entwickelt. Entgegen den Prognosen, die einen allenfalls schwachen und vorübergehenden Bevölkerungszuwachs annahmen, verzeichnete die Bundesrepublik seit der Volkszählung 2011 kräftig steigende Einwohnerzahlen. Von Ende 2010 bis Ende 2018 kletterte der Bevölkerungsstand bedingt durch eine starke Zuwanderung um 2,8 Mio auf 83,0 Mio. Im gleichen Zeitraum nahm auch der Wohnungsbau wieder Tempo auf. Er war 2009 mit knapp 159 000 fertiggestellten Wohnungen auf den tiefsten Stand seit den ersten Nachkriegsjahren gesunken, belebte sich danach aber von Jahr zu Jahr. Durch Neubau und Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstanden 2011 bis 2018 rund 1,9 Mio Wohnungen. Da gleichzeitig auch Wohnungen abgerissen wurden, erhöhte sich der Wohnungsbestand in etwas geringerem Umfang, nämlich um 1,7 Mio auf 42,2 Mio Ende 2018.

Das Wohnungsangebot wuchs damit bundesweit etwas stärker als der Wohnungsbedarf: Der Bestand je 1000 Einwohner vergrößerte sich im Durchschnitt von 505 auf 509 Wohnungen und auch die durchschnittliche Wohnfläche nahm zu: von 45,9 qm auf 46,7 qm je Person. Diese günstigen Gesamtzahlen sind aber nur die halbe Wahrheit. Denn Wohnraumangebot und -nachfrage verteilen sich nicht gleichmäßig auf das Bundesgebiet. In ländlichen Regionen tritt kaum Wohnungsmangel auf und manche Gebiete, vor allem in Ostdeutschland, beklagen sogar einen beträchtlichen Wohnungsleerstand. Nach Schätzungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) standen 2017 insgesamt rund 2,1 Mio Wohnungen (5 %) leer. In strukturschwachen, von Abwanderung betroffenen Landkreisen Ostdeutschlands, aber auch im nördlichen Bayern und in der Eifel, lag die Leerstandsquote sogar bei 10 % und darüber. Auf der anderen Seite waren in den großstädtischen Metropolen und den meisten Universitätsstädten kaum noch freie Wohnungen zu finden, so dass der Wohnungsmarkt dort unter starker Anspannung stand. Belege dafür: die kräftig steigenden Mieten und die abnehmende Umzugsmobilität.

Zur Deckung der Wohnungsnachfrage genügt es nicht, wenn Wohnungsbestand und Einwohnerzahl rein rechnerisch im Gleichgewicht sind. Notwendig ist auch ein bedarfsgerechtes Wohnraumangebot. So fehlt es in Großstädten häufig an kleinen Wohnungen für jüngere Singles und alleinstehende ältere Menschen. Mit zunehmender Alterung der Gesellschaft werden behindertengerechte Wohnungen immer wichtiger. Darüber hinaus müsste der rückläufige Bestand an Sozialwohnungen wieder aufgestockt werden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2019
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