Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien

Infografik Nr. 370588

Eine EU-Richtlinie von 2009 schreibt den 20 %-Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 als verpflichtendes Gesamtziel für die EU fest. Sie zerlegt dieses Gesamtziel außerdem in verbindliche Zielvorgaben für die einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Da die EU-Mitglieder über ganz unterschiedliche Voraussetzungen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen verfügen, liegen diese nationalen Zielwerte entsprechend weit auseinander.

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In der Energie- und Klimapolitik will die Europäische Union stärker an einem Strang ziehen. 2007 verpflichteten sich die EU-Mitgliedstaaten auf die sogenannten „20-20-20-Ziele“, die bis zum Jahr 2020 erreicht werden sollen: Senkung der Treibhausgasemissionen um 20 % gegenüber 1990, Verbesserung der Energieeffizienz um 20 % und Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch auf 20 %. Für den Folgezeitraum bis 2030 gelten höhere Zielvorgaben: Senkung der Emissionen um 40 % gegenüber 1990, Steigerung der Energieeffizienz um 32,5 % und des Anteils der Erneuerbaren Energien auf 32 %. Die Nutzung erneuerbarer Energien soll beim Klimaschutz helfen, die EU von Energieimporten unabhängiger machen und sie wegen des dezentralen Aufkommens der Öko-Energien besser vor Versorgungskrisen schützen; darüber hinaus kann sie technische Entwicklungen anstoßen.

Eine EU-Richtlinie von 2009 schreibt den 20 %-Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 als verpflichtendes Gesamtziel für die EU fest. Sie zerlegt dieses Gesamtziel außerdem in verbindliche Zielvorgaben für die einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Da die EU-Mitglieder über ganz unterschiedliche Voraussetzungen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen verfügen, liegen diese nationalen Zielwerte entsprechend weit auseinander: Während Belgien oder Tschechien ihren Endenergieverbrauch 2020 zu 13 % aus „Erneuerbaren“ bestreiten sollen, sind für Österreich (34 %), Finnland (38 %), Lettland (40 %) oder Schweden (49 %) wesentlich höhere Anteile vorgesehen. Zum Verbrauch der großen, besonders energiehungrigen Mitgliedstaaten sollen die erneuerbaren Energien zwischen 15 % (Großbritannien) und 23 % (Frankreich) beisteuern. Für die Bundesrepublik wurde ein Ziel von 18 % im Jahr 2020 angepeilt.

Dieses Ziel wurde 2019 schon nahezu erreicht. Nach Berechnungen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik stieg der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland 2019 auf 17,5 % des Endenergieverbrauchs. Besonders weit vorangeschritten ist die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Mit 244,3 Mrd Kilowattstunden wurden mehr als zwei Fünftel des Bruttostromverbrauchs (42,1 %) aus Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie, Biomasse usw. gewonnen. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 soll dieser Anteil bis 2025 auf 40- 45 % ansteigen. Der Bedarf an Wärme und Kälte wurde 2019 dagegen erst zu 14,5 % aus „Erneuerbaren“ gedeckt. Noch geringer ist der Beitrag zum Energieverbrauch des Verkehrs in Form von Biokraftstoff oder Strom (5,6 %). Dabei schreibt die EU-Richtlinie hier einen für alle Länder gleichen Mindestanteil von 10 % vor, der 2020 erreicht werden soll.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2020
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