Die deutsche Braunkohlewirtschaft

Die deutsche Braunkohlewirtschaft

Infografik Nr. 339601

In der Braunkohleförderung ist die Bundesrepublik weltweit führend. In den 1960er Jahren hatte die Förderung in West- und Ostdeutschland an Fahrt aufgenommen und 1988 mit fast 420 Mio t ihren Gipfel erreicht, ehe sie in den 1990er Jahren steil absank. Braunkohle ist aber auch der Energieträger mit dem höchsten CO2-Ausstoß.

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International ist Braunkohle viel unbedeutender als Steinkohle, aber für Deutschland ist sie aufgrund der gigantischen Vorkommen hierzulande ein wichtiger Rohstoff. In der Braunkohleförderung ist die Bundesrepublik weltweit führend. In den 1960er Jahren hatte die Förderung in West- und Ostdeutschland an Fahrt aufgenommen und 1988 mit fast 420 Mio t ihren Gipfel erreicht, ehe sie in den 1990er Jahren steil absank. Die Reviere in Hessen und Bayern beendeten 2004 bzw. 2007 ihre Förderung, das Helmstedter Revier 2016. Damit verblieben in Deutschland 2017 noch drei Braunkohlenreviere, die zusammen rund 171 Mio t Braunkohle förderten. Das größte ist das Rheinische Revier mit einer Förderung von rund 91 Mio t (53 % der Gesamtfördermenge). Auf das Lausitzer Revier entfielen 61 Mio t (rund 36 %), auf das Mitteldeutsche Revier knapp 19 Mio t (11 %).

Das Rheinische Revier hatte auch die meisten Beschäftigten, nämlich rund 9 740. Im Lausitzer Revier arbeiteten 8 640 Personen und im Mitteldeutschen Revier 2 370; im Helmstedter Revier waren nach dem Ende der Förderung noch rund 150 Personen beschäftigt. Somit waren bundesweit annähernd 21 000 Personen direkt in der Braunkohlewirtschaft tätig. Folgt man einer Studie des EEFA-Instituts und rechnet noch die mit der Braunkohleindustrie verflochtenen Branchen hinzu und außerdem die Effekte, die sich durch die Einkommen der Braunkohlearbeiter auf den Konsum ergeben, kommt man auf schätzungsweise 70 000 Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt von der Braunkohle abhängen.
 
Als Energielieferant nimmt die Braunkohle in Deutschland nach wie vor eine herausragende Stellung ein. Auf sie entfielen 2017 rund 38 % der im Inland gewonnenen Primärenergie und 11% des gesamten Primärenergieverbrauchs. Braunkohle wird fast ausschließlich für die Stromversorgung genutzt: Mit rund 148 Milliarden Kilowattstunden stammte 2017 fast ein Viertel der Bruttostromerzeugung (23 %) aus Braunkohle.

Braunkohle ist aber auch der Energieträger mit dem höchsten CO2-Ausstoß: Über ein Viertel der deutschen Treibhausgase entstehen durch die Braunkohle-Verstromung. Heftig umstritten ist zudem der Braunkohletagebau mit seinen tiefen Eingriffen in Natur, Landschaft und Gewässerhaushalt. Mit der Energiewende hat die Politik grundsätzlich den Ausstieg aus der Braunkohle beschlossen, strittig ist aber der Zeitpunkt: Befürworter eines schnellen Ausstiegs führen u.a. die positiven Effekte für die Umwelt, die Impulse für die erneuerbaren Energien und die Vorbildfunktion Deutschlands ins Feld. Gegen einen schnellen Ausstieg wird u.a. auf die damit gefährdeten Arbeitsplätze und auf befürchtete Versorgungsengpässe verwiesen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2018
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