Der Benzinpreis

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Erdöl ist der Haupttreibstoff moderner Industriestaaten. Steigende Ölpreise haben daher erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. In den letzten vierzig Jahren ...

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Der Benzinpreis

Erdöl ist der Haupttreibstoff moderner Industriestaaten. Steigende Ölpreise haben daher erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. In den letzten vierzig Jahren hat sich der Preis für Rohöl dramatisch nach oben entwickelt. Lag er 1970 noch bei unter zwei US-Dollar pro Barrel, so überschritt er 2011 erstmals die Marke von 100 US-Dollar. Zwischenzeitlich gab es aber mehrfach auch Phasen mit sinkenden Ölpreisen. Zuletzt kam es Ende 2014 zu einem merklichen Preisverfall.

Die Preisbildung am internationalen Mineralölmarkt wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Am Beginn der Preiskette stehen die je nach Fördergebiet und Rohölsorte unterschiedlich hohen Gewinnungskosten. Hinzu kommen die Kosten für den Transport und die Verarbeitung des Rohöls in den Raffinerien. Für die weitere Marktpreisbildung gilt allgemein, dass eine steigende Nachfrage den Preis einer Ware ebenso nach oben treibt wie ein sinkendes Angebot. So erklärt sich auch die langfristige Verteuerung des Rohöls: Während die Reserven an kostengünstig gewinnbarem Öl immer knapper werden, steigt die Nachfrage vor allem aus den Schwellenländern. Der Schieferöl-Boom in den USA und die ungedrosselte Ölförderung der OPEC-Staaten führten in jüngster Zeit aber zu sinkenden Preisen. Für kurzfristige Preisschwankungen sind im Übrigen die Notierungen an den so genannten Spotmärkten entscheidend. Dort wird der Mineralölhandel in kürzester Zeit bei sofortiger Bezahlung und Lieferung abgewickelt („on the spot“). Für Europa ist besonders der Spotmarkt Rotterdam bedeutend, weil im Umkreis des dortigen Ölhafens die nötige Infrastruktur (Terminals, Raffinerien, Pipelines usw.) für den direkten physischen Handel mit Öl vorhanden ist. Kurzfristige Nachfrageveränderungen und vor allem spekulative Bewegungen auf solchen Spotmärkten können zu massiven Preisschwankungen führen. Das geschieht teilweise unabhängig vom Rohölpreis, denn auf den Spotmärkten werden auch Mineralölprodukte gehandelt, für die jeweils eigene Marktbedingungen gelten. Einen Einfluss auf den Ölpreis haben auch die jeweiligen Wechselkurse: Rohöl wird weltweit in US-Dollar abgerechnet; fällt z.B. der Wert des Euros gegenüber dem Dollar, wird Öl für Importeure in der EU teurer, und umgekehrt.

All diese Faktoren wirken sich auf den Preis aus, zu dem Mineralölprodukte gehandelt werden. Vom Benzinpreis an den deutschen Tankstellen entfällt aber nur der kleinere Teil auf die Mineralölwirtschaft (Rohstoff-, Verarbeitungs-, Transportkosten und Gewinne), der größere Teil hingegen auf Steuern. Dabei lastet die Energiesteuer als Festbetrag auf jedem Liter Kraftstoff, während die Mehrwertsteuer proportional zum Nettoverkaufspreis ansteigt.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2015
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