Erdgasversorgung in Deutschland

Erdgasversorgung in Deutschland

Infografik Nr. 342152

Erdgasversorgung in Deutschland

Im Energiemix der Bundesrepublik Deutschland nimmt Erdgas seit Mitte der 1960er Jahre einen zunehmend wichtigen Platz ein. Neben dem Mineralöl und der K ...

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Erdgasversorgung in Deutschland

Im Energiemix der Bundesrepublik Deutschland nimmt Erdgas seit Mitte der 1960er Jahre einen zunehmend wichtigen Platz ein. Neben dem Mineralöl und der Kohle ist es zur dritten Säule der Energieversorgung geworden. 2013 trug es mehr als ein Fünftel (22 %) zum Primärenergieverbrauch in Deutschland bei. Die Importabhängigkeit ist hoch: Vom gesamten Erdgasaufkommen des Jahres 2013 – mit einem Energiepotenzial von 4,09 Millionen Tera-Joule (TJ) – stammten nur 8 % aus inländischer Förderung.

Bei ihren Erdgaseinfuhren ist die Bundesrepublik von wenigen Lieferländern abhängig. Bedeutendster Lieferant ist die Russische Föderation. 2013 kamen 1,45 Mio TJ (35 % des Gesamtangebots) aus Russland. Im Zuge der Krim-Krise rückte die Abhängigkeit von russischem Erdgas (und Mineralöl) erneut in den Fokus energiepolitischer Debatten. Zwar erscheint ein großflächiger Lieferstopp durch Russland unwahrscheinlich, weil die russische Wirtschaft ihrerseits auf die Einnahmen aus dem Erdgasexport angewiesen ist; mittelfristig streben Deutschland und die EU aber dennoch eine stärkere regionale Streuung der Lieferländer und eine Verringerung der Abhängigkeit von Russland an. Neben einer Ausweitung der Erdgasbezüge aus Norwegen und dem Nahen Osten käme dafür eine stärkere Versorgung mit Flüssiggas etwa aus Nigeria, Katar, Libyen oder sogar den USA in Frage. Norwegen deckte 2013 mit Lieferungen von 1,10 Mio TJ bereits 27 % des Gesamtaufkommens in Deutschland ab. An dritter Stelle folgten die Niederlande mit 0,98 TJ (24 %). Geringere Mengen kamen aus Dänemark und der britischen Nordsee.

Die Erdgasimporte werden nicht in vollem Umfang zur Versorgung des deutschen Marktes gebraucht, sondern gehen zum Teil wieder in den Export – 2013 in einem Umfang von 0,81 Mio TJ. Um für krisenhafte Zwischenfälle (wie die Sperrung von Pipelines), aber auch für saisonale und tägliche Verbrauchsschwankungen gewappnet zu sein, unterhält Deutschland 50 unterirdische Erdgasspeicher mit einer Kapazität von nahezu 23 Mrd m³ – das entspricht mehr als einem Viertel des jährlichen Verbrauchs. 19 weitere Speicher mit rund 8 Mrd m³ sind geplant oder im Bau.

Innerhalb Deutschlands gelangt das Erdgas über ein mehr als 477000 km langes Rohrleitungssystem zu den Endverbrauchern. 2013 belief sich der inländische Erdgasabsatz laut BDEW auf 956 Mrd kWh. Hauptabnehmer waren die Industrie (mit einem Anteil von 37 %) und die privaten Haushalte (33 %). Fast die Hälfte aller Wohnungen wird mit Erdgas beheizt. Weitere 14 % entfielen auf Handel, Gewerbe und Dienstleister. Und schließlich wurden 16 % des Erdgases in Kraft- und Heizwerken eingesetzt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 04/2014
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