Überbelastung durch Wohnkosten

Überbelastung durch Wohnkosten

Infografik Nr. 293748

Die Jahre der guten Konjunktur und des Beschäftigungsaufbaus ab 2014 bescherten den Bundesbürgern deutlich höhere Einkommen. Trotzdem werden viele Haushalte von finanziellen Sorgen umgetrieben. Bei ihnen schlagen die Kosten der Wohnung so stark zu Buche, dass sie einen überdurchschnittlich hohen Anteil des Einkommens verschlingen.

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Die Jahre der guten Konjunktur und des Beschäftigungsaufbaus ab 2014 bescherten den Bundesbürgern deutlich höhere Einkommen. Trotzdem werden viele Haushalte von finanziellen Sorgen umgetrieben. Bei ihnen schlagen die Kosten der Wohnung so stark zu Buche, dass sie einen überdurchschnittlich hohen Anteil des Einkommens verschlingen. Vor allem für einkommensschwächere Haushalte stellt die Überbelastung durch die Wohnkosten ein ernsthaftes Problem dar. Und das nicht nur in Großstädten wie München, Frankfurt oder Berlin mit ihren überhitzten Wohnungsmärkten.

Die EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) liefert die Zahlen zu diesem Befund. Obwohl sich die Situation ab 2012 leicht entspannte, gab 2017 jeder siebte Haushalt (14,5 %) in Deutschland mindestens 40 % seines Einkommens für das Wohnen aus. Betroffen waren in erster Linie die Haushalte der unteren Einkommensschichten: Vom untersten Fünftel der Haushalte musste nahezu jeder zweite (44,4 %) so tief in die Tasche greifen, um seine Wohnung und die damit verbundenen Kosten zu bezahlen. In den höheren Einkommensschichten war der Anteil der so stark belasteten Haushalte deutlich geringer. Vielfach handelt es sich dabei um Haushalte, die für den Erwerb oder die Modernisierung von Wohnraum einen großen Teil ihres Einkommens aufwenden und trotzdem noch genug für die übrige Lebenshaltung zur Verfügung haben. So gab von den Eigentümer-Haushalten, die noch eine Hypothek oder ein Darlehen zu tilgen hatten, nur jeder elfte (8,8 %) mehr als 40 % seines Einkommens fürs Wohnen aus; von den Mieter-Haushalten hatte dagegen jeder fünfte (20,5 %) eine so große Last zu tragen.

Unterscheidet man nach Haushaltstypen, so zeigt sich, dass Alleinstehende, wie nicht anders zu erwarten, am stärksten von übermäßig hohen Belastungen durch die Wohnkosten betroffen sind. 2017 musste jeder dritte Ein-Personen-Haushalt (32,0 %) mehr als 40 % seines verfügbaren Einkommens für die Wohnung aufwenden. Lebten zwei Erwachsene im Haushalt, waren die Wohnkosten schon leichter zu schultern: Von den Haushalten dieses Typs waren im Verhältnis zum Einkommen nur 11,5 % vergleichbar schwer belastet.

Wohnen in den Städten ist teurer als auf dem platten Land. Auch das spiegelt sich in der statistischen Erhebung wider. Während in ländlichen Gebieten 11,0 % der Haushalte durch die Kosten ihrer Unterkunft überbelastet waren, lag der Prozentsatz der betroffenen Haushalte in großen Städten bei 17,9 %. Im EU-Vergleich war die Quote der Überbelasteten nur in drei Ländern noch höher als in Deutschland.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2019
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