Die Lohnkurve

Die Lohnkurve

Infografik Nr. 287101

Der durchschnittliche Netto-Reallohn – von ihm hängt es ab, was sich ein Arbeitnehmer als Gegenwert für seine Arbeit kaufen kann – blieb lange weitgehend unverändert und bewegte sich erst ab 2013 deutlicher nach oben.

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Höhe und Entwicklung der durchschnittlichen Arbeitseinkommen in Deutschland stellt sich unterschiedlich dar – je nachdem, von welchem Einkommensbegriff man ausgeht. In gesamtwirtschaftlicher Betrachtung ist das Arbeitnehmerentgelt das am weitesten gefasste Einkommensaggregat für die abhängig Beschäftigten. Es entspricht in seinem Umfang ungefähr den Arbeitskosten der Unternehmen und umfasst neben den Bruttolöhnen und -gehältern der Arbeitnehmer auch noch den Arbeitgeberanteil an den Sozialbeiträgen (einschließlich „versteckter“ Sozialaufwendungen wie Beamtenpensionen und Betriebsrenten). Im Durchschnitt, d. h. auf die Zahl der Beschäftigten umgelegt, bezifferte sich das Arbeitnehmerentgelt 2019 auf 3 763 €. Der durchschnittliche Bruttoverdienst – ohne die Arbeitgeberbeiträge – belief sich auf 3 099 €. Von diesem Betrag wurden die Lohnsteuer und die Sozialabgaben der Arbeitnehmer einbehalten, zusammen 1 020 €. Somit blieb dem Durchschnitts-Arbeitnehmer unter dem Strich noch ein Nettolohn oder -gehalt von 2 079 €. Folglich kam im Portemonnaie der Arbeitnehmer nur gut die Hälfte (55 %) des Betrages an, den die Arbeitgeber als Arbeitskosten aufwandten.

Die Entwicklung der Durchschnittslöhne in Deutschland lässt einen kräftigen Anstieg zu Beginn der 1990er Jahre erkennen. Neben den hohen Tarifabschlüssen im alten Bundesgebiet schlägt sich darin die anfangs rasche Annäherung der ostdeutschen Löhne an das westdeutsche Niveau nieder. In der Folge schwächte sich der Zuwachs der Durchschnittslöhne jedoch ab – eine Entwicklung, die zunehmend auch durch die niedrigeren Löhne aus Teilzeitjobs beeinflusst wurde. Erst nach dem Rückschlag durch die Finanzkrise gab es ab 2010 wieder kräftigere Lohnzuwächse. Berücksichtigt man die Kaufkrafteinbußen auf Grund steigender Preise, stellt sich die Lohnentwicklung bescheidener dar: Der durchschnittliche Netto-Reallohn – von ihm hängt es ab, was sich ein Arbeitnehmer als Gegenwert für seine Arbeit kaufen kann – blieb lange weitgehend unverändert und bewegte sich erst ab 2013 deutlicher nach oben. 2019 lag er um 20 % höher als 1991 – bei einer im Durchschnitt um 10 % niedrigeren Arbeitszeit je Arbeitnehmer.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2020
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