Zusammensetzung der Arbeitskosten

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Infografik Nr. 287310

Zusammensetzung der Arbeitskosten

In der Debatte um die wirtschaftlichen Standortbedingungen in Deutschland spielen die Arbeitskosten stets eine wichtige Rolle. Sie sind mitentscheiden ...

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Zusammensetzung der Arbeitskosten

In der Debatte um die wirtschaftlichen Standortbedingungen in Deutschland spielen die Arbeitskosten stets eine wichtige Rolle. Sie sind mitentscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Unternehmen und die Weltmarktposition der deutschen Wirtschaft insgesamt. Neben ihrem eigentlichen Kern, dem Entgelt für unmittelbar geleistete Arbeit, enthalten sie weitere Komponenten, zu denen die Unternehmen durch Gesetz oder Tarifvertrag verpflichtet sind. Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) feststellt, beruht etwa ein Viertel der Arbeitskosten auf festen gesetzlichen Vorgaben.

Das IW schlüsselt die Zusammensetzung der industriellen Arbeitskosten in Berechnungen für das Jahr 2014 im Einzelnen auf. Ausgangspunkt ist der Bruttoverdienst, wie er auf der Gehaltsabrechnung des Arbeitnehmers erscheint. Diesem Betrag sind weitere Aufwendungen hinzuzurechnen. Dabei handelt es sich in erster Linie um die anteiligen Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers für seine Beschäftigten (Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung) und um Leistungen zur betrieblichen Altersversorgung. So entfiel in Westdeutschland 2014 auf einen Bruttoverdienst von jeweils 100 € ein zusätzlicher Arbeitskostenaufwand von 26,90 €; in Ostdeutschland kamen 24,90 € hinzu.

Der Bruttoverdienst selbst enthält Bestandteile, die früher ebenfalls den Lohnnebenkosten zugerechnet wurden. Dies betrifft die Vergütung arbeitsfreier Tage, seien es bezahlte Feiertag, Urlaubs- oder Krankentage, und die fest vereinbarten Sonderzahlungen wie das Weihnachts- oder Urlaubsgeld und die Arbeitgeberzuschüsse zur Vermögensbildung der Arbeitnehmer. In Westdeutschland machten diese Komponenten 2014 bei einem Bruttoverdienst von 100 € im Durchschnitt 24,80 € aus, in Ostdeutschland waren es 21,90 €. Leistungs- und erfolgsabhängige Sonderzahlungen (Prämien-, Bonuszahlungen) werden vom IW als Bestandteil des Entgelts für geleistete Arbeit verbucht.

Nach den Ergebnissen des IW beliefen sich die Arbeitskosten im Produzierenden Gewerbe Westdeutschlands 2014 auf 62920 € je Vollzeitstelle. Das Bruttogehalt lag bei 49600 €; davon entfielen wiederum 37270 € auf das Direktentgelt für geleistete Arbeit. In Ostdeutschland bezifferten sich die gesamten Arbeitskosten auf 41900 € je Arbeitnehmer – rund ein Drittel weniger als im Westen. Das durchschnittliche Bruttogehalt machte davon 33540 € aus, das direkte Arbeitsentgelt 26210 €. Bei den Nebenkosten beruhten die Unterschiede zum Westen vor allem auf den geringeren Aufwendungen für Sonderzahlungen und für die betriebliche Altersversorgung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2015
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