Entwicklung der Verbraucherpreise

Entwicklung der Verbraucherpreise

Infografik Nr. 293652

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Ein zentrales Ziel der europäischen Wirtschafts- und Währungspolitik ist die Wahrung der Preisstabilität. Damit wird jedoch nicht angestrebt, dass das Preisniveau über längere Zeit unverändert bleibt. Zu groß wäre dann die Gefahr einer Deflation, bei der Verbraucher und Investoren ihre Anschaffungen zurückstellen, weil sie mit fallenden Preisen rechnen, und damit die gesamte Wirtschaft in einen Abwärtsstrudel aus sinkender Nachfrage und schrumpfender Produktion hineinziehen. Die Europäische Zentralbank definiert Preisstabilität deshalb als jährlichen Anstieg des europäischen Verbraucherpreisindex (HVPI) „von unter, aber nahe bei 2 Prozent“. Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise und der europäischen Staatsschuldenkrise wurden die Märkte mit billigem Zentralbankgeld geflutet, um so die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Der als Ergebnis dieser Geldschwemme erwartete Anstieg des Preisniveaus blieb jedoch aus. In Deutschland zogen die Verbraucherpreise erst 2017 bis 2019 wieder etwas stärker an. Aber 2020, im Jahr der Corona-Pandemie, verlangsamte sich der Preisauftrieb wieder auf 0,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der für internationale Vergleichszwecke berechnete HVPI stieg sogar nur um 0,4 %.

Diese gedämpfte Entwicklung war vor allem auf die Senkung der Mehrwertsteuer als Teil des Konjunkturprogramms der Bundesregierung im zweiten Halbjahr 2020 zurückzuführen. Daneben wirkte sich u.a. der Verfall des Weltmarkt-Ölpreises auf das Preisniveau in Deutschland aus. So musste für Haushaltsenergie um 2,2 % weniger gezahlt werden als im Vorjahr. Zwar verteuerte sich elektrischer Strom um 3,0 %, aber Heizöl verbilligte sich um 25,9 %. Kraftstoffe kosteten um 9,9 % weniger als 2019. Demgegenüber mussten die Verbraucher für Nahrungsmittel deutlich tiefer in die Tasche greifen (+2,4 %), wozu vor allem der Preisanstieg für Gemüse (+7,1 %) und für Fleisch und Fleischwaren (+6,1 %) beitrug. Auch Tabakwaren kosteten deutlich mehr (+4,9 %). Auf der anderen Seite kletterten die Preise für Möbel und Haushaltsgeräte nur um 0,2 %, für Bekleidung und Schuhe gingen sie um 0,9 % zurück.

Die Preise für Dienstleistungen erhöhten sich um durchschnittlich 1,3%, auch wenn sie in einigen Bereichen deutlich stärker anzogen (z.B. für Friseure und Körperpflege um 4,1%). Der gewichtigste Posten entfällt aber stets auf die Mieten. Und hier blieb die Preisentwicklung trotz punktuell kräftig steigender Mieten in ihrer ganzen Breite nach wie vor gemäßigt: Wie im Vorjahr kletterten die Nettokaltmieten um durchschnittlich 1,4%. Die Preise für den Verkehr gaben dank billigerer Kraftstoffe und günstigerer Bahntarife im Fernverkehr um 2,0% nach; für Telefon und Internet sanken sie zum 17. Mal in Folge, diesmal um 1,7%.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2021
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