Entwicklung der Verbraucherpreise

Entwicklung der Verbraucherpreise

Infografik Nr. 293652

Ein zentrales Ziel der europäischen Wirtschafts- und Währungspolitik ist die Wahrung der Preisstabilität. Damit wird jedoch nicht angestrebt, dass das Preisniveau über längere Zeit unverändert bleibt. Zu groß wäre dann die Gefahr einer Deflation. Die Europäische Zentralbank definiert Preisstabilität deshalb als jährlichen Anstieg des europäischen Verbraucherpreisindex (HVPI) „von unter, aber nahe bei 2 Prozent“.

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Ein zentrales Ziel der europäischen Wirtschafts- und Währungspolitik ist die Wahrung der Preisstabilität. Damit wird jedoch nicht angestrebt, dass das Preisniveau über längere Zeit unverändert bleibt. Zu groß wäre dann die Gefahr einer Deflation, bei der Verbraucher und Investoren ihre Anschaffungen zurückstellen, weil sie mit fallenden Preisen rechnen, und damit die gesamte Wirtschaft in einen Abwärtsstrudel aus sinkender Nachfrage und schrumpfender Produktion hineinziehen. Die Europäische Zentralbank definiert Preisstabilität deshalb als jährlichen Anstieg des europäischen Verbraucherpreisindex (HVPI) „von unter, aber nahe bei 2 Prozent“. Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise und der europäischen Staatsschuldenkrise wurden die Märkte mit billigem Zentralbankgeld geflutet, um so die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Der als Ergebnis dieser Geldschwemme erwartete Anstieg des Preisniveaus blieb jedoch aus. In Deutschland zogen die Verbraucherpreise erst 2017 wieder etwas stärker an (um 1,5 %). 2018 kletterten sie um 1,8 %. 2019 verlangsamte sich der jahresdurchschnittliche Preisanstieg auf 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Der für internationale Vergleichszwecke berechnete HVPI stieg ebenfalls um 1,4 %.

Wie im Vorjahr hatten die Energiekosten auch 2019 einen deutlichen Einfluss auf die Entwicklung des Preisniveaus. Zwar verbilligte sich Heizöl nach dem Preissprung des Vorjahrs wieder etwas, aber Strom (+3,4 %) und Erdgas (+3,9 %) zogen kräftig an. Für Haushaltsenergie musste im Durchschnitt 2,9 % mehr gezahlt werden als 2018. Nahrungsmittel verteuerten sich im Ganzen nur moderat (+1,4%), für Fleisch und Fleischwaren (+3,1 %) sowie für Gemüse (+6,3 %) wurden jedoch deutlich höhere Preise als im Vorjahr notiert. Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucher auch für Tabakwaren (+3,7 %) und Druckerzeugnisse (+3,4 %). Dagegen verteuerten sich Bekleidung und Schuhe nur um 1,4 % und Möbel und Haushaltsgeräte um 0,8 %. Geräte der Unterhaltungselektronik verbilligten sich sogar um 5,6 %.

Im Vergleich zu den Waren erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen mit durchschnittlich 1,5 % etwas stärker. Der gewichtigste Posten entfällt dabei stets auf die Mieten. Trotz punktuell drastischer Mietsteigerungen blieb die Mietpreisentwicklung in ihrer ganzen Breite aber nach wie vor gemäßigt. Die Nettokaltmieten kletterten in Durchschnitt um 1,4 % und damit nicht schneller als der Verbraucherpreisindex insgesamt. Während die Preise für den Verkehr im Ganzen nur um 1,2 % stiegen, kostete die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen wesentlich mehr (+4,5 %) als im Vorjahr. Die Preise für Telefon und Internet sanken hingegen zum 16. Mal in Folge, diesmal um 0,7 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2020
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