Das Geldvermögen der deutschen Haushalte

Das Geldvermögen der deutschen Haushalte
Seitenanzahl

1

Das Sparverhalten der privaten Haushalte wird in Deutschland traditionell stark durch Vorsichtsmotive bestimmt. Gerade in wirtschaftlich schwachen Zeiten wird Geld zurückgelegt, um dem Drohbil ...

Verfügbare Produktformate:

Bitte wählen Sie vor Ihr Produktformat aus
Das Sparverhalten der privaten Haushalte wird in Deutschland traditionell stark durch... mehr
Mehr Details zu "Das Geldvermögen der deutschen Haushalte"

Das Sparverhalten der privaten Haushalte wird in Deutschland traditionell stark durch Vorsichtsmotive bestimmt. Gerade in wirtschaftlich schwachen Zeiten wird Geld zurückgelegt, um dem Drohbild des sozialen Abstiegs zu begegnen und Rücklagen fürs Alter zu schaffen. So war es z.B. in den Jahren ab 2001, als die Konsumausgaben langsamer stiegen und dafür mehr gespart wurde. Der finanzielle Vermögensbestand nährt sich aber nicht nur aus dem Fleiß der Sparer, er hängt auch von der Kursentwicklung der zum Bestand gehörenden Wertpapiere ab. 2008 riss die Finanzkrise ein tiefes Loch in die Wertpapieranlagen. Der durch Kursrückgänge verursachte Wertverlust war so groß, dass das Geldvermögen der Haushalte trotz aller Sparanstrengungen schrumpfte. 2001 war es schon einmal zurückgegangen und 2006 kam es nicht von der Stelle. Zuvor hatte es solche Rückschläge in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben.

Nachdem starke Kursverluste den Zuwachs der Geldvermögen 2011 noch einmal abgebremst hatten, kletterte der Vermögensbestand wieder in größeren Schritten. 2017 ging eine hohe Sparleistung (211 Mrd €) mit erheblichen Kursgewinnen bei den Wertpapieranlagen einher (68 Mrd €), so dass das (Brutto-)Geldvermögen der Haushalte um rund 279 Mrd € auf die Rekordsumme von 5857 Milliarden € anstieg.

Nach wie vor hatten die privaten Haushalte eine Vorliebe für Anlageformen, die sie als risikoarm einschätzten. Auch um jederzeit flüssig zu bleiben, parkten sie große Summen als Bargeld oder auf Sichtkonten bei den Banken. Angesichts des allgemein niedrigen Zinsniveaus entschlossen sie sich zuletzt aber doch häufiger zu Anlagen in Aktien und Investmentfonds, die eine höhere Rendite versprachen. Vom gesamten Bestand des Geldvermögens entfiel ein hoher Anteil auf Bargeld und Sichteinlagen (25 %). Termin- und Spareinlagen repräsentierten 14 % des Geldvermögens. Weitere 37 % waren bei Versicherungen und in Pensionseinrichtungen und damit ebenfalls risikoarm platziert. Aktien und Investmentfondsanteile machten demgegenüber 21 % der gesamten Geldanlage aus. Dem Bruttogeldvermögen von 5857 Mrd € standen Verbindlichkeiten von rund 1727 Mrd €, hauptsächlich für Wohnungsbaukredite, gegenüber. Unter dem Strich verblieb somit ein finanzielles Nettovermögen von 4131 Milliarden €.

Die Daten zum Geldvermögen werden von der Bundesbank auf der Grundlage des ESVG 2010 (ESVG: Europäisches System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung) ermittelt. Zum Sektor der Privaten Haushalte zählen dabei auch Einzelkaufleute und Selbstständige, bei denen sich private und geschäftliche Finanzierungsvorgänge nicht voneinander trennen lassen.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 05/2018
Zuletzt angesehen