Kapitalverflechtung der Unternehmen mit dem Ausland

Kapitalverflechtung der Unternehmen mit dem Ausland

Infografik Nr. 480215

Je mehr sich die Grenzen für Waren, Finanzströme, Dienstleistungen und Informationen öffnen, desto enger wächst die Weltwirtschaft zusammen. Große Konzerne entwickeln welt ...

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Je mehr sich die Grenzen für Waren, Finanzströme, Dienstleistungen und Informationen öffnen, desto enger wächst die Weltwirtschaft zusammen. Große Konzerne entwickeln weltumspannende Aktivitäten, dringen in neue Märkte vor und verlagern Teile ihrer Produktion auf kostengünstigere Standorte. Finanzinvestoren sind rund um den Globus auf der Suche nach rentierlichen Anlagen und steigen in Unternehmen ein, um sie nach einiger Zeit mit Gewinn wieder zu veräußern. Der Umfang der grenzüberschreitenden Direktinvestitionen nimmt deshalb ständig zu. Als Direktinvestitionen bezeichnet man private Kapitalanlagen, mit denen außerhalb der eigenen Landesgrenzen Unternehmensbeteiligungen erworben, Zweigbetriebe errichtet oder Tochtergesellschaften gegründet werden.

Diese Form der internationalen Kapitalverflechtung hat in den letzten Jahrzehnten auch für Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen. Bis 1974 war der Zustrom ausländischer Direktinvestitionen regelmäßig größer als umgekehrt der deutsche Kapitalfluss ins Ausland. Viele Auslandsunternehmen verstärkten in dieser Zeit die Kapitalbasis ihrer deutschen Töchter, gründeten neue oder beteiligten sich an bestehenden Firmen, um am wirtschaftlichen Aufschwung der Bundesrepublik teilzuhaben. Mitte der 1970er Jahre schlug die Entwicklung jedoch um: Während das Interesse ausländischer Investoren am deutschen Markt nachließ, hatten viele deutsche Unternehmen nun eine Größe erreicht, die ein stärkeres internationales Engagement ermöglichte. Zudem wurde der Erwerb ausländischer Beteiligungen durch die Freigabe der Wechselkurse und die damit verbundene DM-Aufwertung erleichtert. Seitdem waren die deutschen Auslandsinvestitionen regelmäßig höher als die ausländischen Direktinvestitionen im Bundesgebiet.

Seit Mitte der 1990er Jahre stieß die deutsche Wirtschaft mit ihren Auslandsbeteiligungen in eine neue Größenordnung vor. Ausschlaggebend dafür waren die Entstehung des europäischen Binnenmarkts, die Öffnung der Grenzen im Osten Europas und die sich bietenden Marktchancen in Nordamerika und den Schwellenländern. Immer mehr Unternehmen verfolgten eine Strategie der Internationalisierung, um konkurrenzfähig zu bleiben, ihre Präsenz auf dem Weltmarkt zu verstärken oder sich gar als „global player“ zu etablieren. Ende 2016 lag die Summe der unmittelbaren und der mittelbar über Holdinggesellschaften getätigten deutschen Direktinvestitionen im Ausland (abzüglich der Kredite der ausländischen Töchter an ihre deutschen Mutterunternehmen) bei 1114 Mrd €. Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Deutschland belief sich demgegenüber auf 497 Mrd €.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2018
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