Zusammensetzung des privaten Geldvermögens 1991-2020

Zusammensetzung des privaten Geldvermögens 1991-2020

Infografik Nr. 468631

Die Privathaushalte in Deutschland gelten international als eifrige Sparer. In den letzten Jahrzehnten legten sie Jahr für Jahr etwa jeden zehnten Euro ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante, um damit eine Rücklage für spätere Konsumausgaben zu schaffen und für unvorhersehbare Notfälle gewappnet zu sein. Über die Jahre ist das gesamte Geldvermögen der privaten Haushalte beträchtlich angewachsen. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank belief sich die Summe der Geldanlagen im 1. Quartal 1991 auf 1,75 Billionen Euro; Ende des 1. Quartals 2020 waren es 6,34 Billionen Euro (gegen die allerdings Verbindlichkeiten von 1,89 Billionen Euro aufzurechnen sind).

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Die Privathaushalte in Deutschland gelten international als eifrige Sparer. In den letzten Jahrzehnten legten sie Jahr für Jahr etwa jeden zehnten Euro ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante, um damit eine Rücklage für spätere Konsumausgaben zu schaffen und für unvorhersehbare Notfälle gewappnet zu sein. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass auch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung dem Aufbau finanzieller Ansprüche für die Zukunft dienen. Rechnet man sie mit (wie es das europäische Statistikamt Eurostat tut), liegt die Sparquote der deutschen Haushalte sogar bei etwa 17 %. Es handelt sich dabei allerdings um Durchschnittswerte, die nicht vergessen lassen sollten, dass mehr als ein Viertel der Haushalte über gar keine Ersparnisse verfügt.

Über die Sparziele der Haushalte informiert eine Umfrage vom Oktober 2020 im Auftrag des Verbands der privaten Bausparkassen. Danach sparen 56% der Befragten für die Altersvorsorge, 52% haben spätere Anschaffungen (z.B. den Kauf eines Autos) im Sinn und 44 % wollen mit dem Geld einmal Wohneigentum erwerben oder renovieren. Auf eine Kapitalanlage, die selbst wieder Einkommen abwerfen soll, setzen 29 % der Befragten. 4 % sparen für die Ausbildung der Kinder und 6 % legen Geld zurück, um gegebenenfalls einen Notgroschen parat zu haben.

Über die Jahre ist das gesamte Geldvermögen der privaten Haushalte beträchtlich angewachsen, auch wenn es gelegentlich krisenhafte Rückschläge gab (so in der Dot-Com-Krise 2000/01, in der Finanzkrise 2008/09 und auf Grund der Corona-Pandemie Anfang 2020). Nach Angaben der Deutschen Bundesbank belief sich die Summe der Geldanlagen im 1. Quartal 1991 auf 1,75 Billionen Euro; Ende des 1. Quartals 2020 waren es 6,34 Billionen Euro (gegen die allerdings Verbindlichkeiten von 1,89 Billionen Euro aufzurechnen sind). Wie das Geldvermögen angelegt ist, richtet sich grundsätzlich nach dem Zeithorizont, in dem es benötigt wird. Für die Altersvorsorge sind längerfristige Anlageformen geeignet, für den Ersatz einer Waschmaschine muss das Geld gegebenenfalls schnell verfügbar sein. Die Anlageentscheidungen hängen aber auch von der Verzinsung der Guthaben ab. In der gegenwärtigen Null-Zins-Phase haben festverzinsliche Wertpapiere oder Termingelder weitgehend ihren Reiz verloren. Die Guthaben bei den Banken wurden großenteils in Bargeld und Sichteinlagen umgeschichtet. Zuwächse verzeichnen auch die Versicherungen. Einem stärkeren Engagement in Aktien oder Investmentfonds steht die Risikoaversion der deutschen Sparer entgegen; so machten sie im 1. Quartal 2020 lediglich 15 % des Geldvermögens aus.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2020
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