Gold als Wertanlage
Infografik Nr. 470003
In wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten bringen die Anleger ihr Geld gern in einen "sicheren Hafen". Dann steigt die Nachfrage nach dem Edelmetall Gold und die Preise klettern. Das ZAHLENBILD zeigt die Entwicklung des Goldpreises seit Beginn der 1970er Jahre anhand eines aussagekräftigen Kurvendiagramms. Laden Sie es gleich herunter!
Seit Jahrtausenden nutzen Menschen das Edelmetall Gold als Wertspeicher. Die weltweit verfügbare Menge ist knapp – seit den Anfängen wurden nicht mehr als schätzungsweise 210000 Tonnen Gold gewonnen – und das Metall kann in Form von Barren, Münzen oder Schmuck unbegrenzt aufbewahrt werden. Gold diente ab dem 19. Jahrhundert und in Verbindung mit dem US-Dollar noch bis 1971 als vertrauenswürdiger Sicherungsanker der international bedeutenden Währungen. Als es diese Funktion verlor, rückte seine Rolle als Wertanlage noch stärker in den Vordergrund. Der Grund: Gold genießt weltweit Vertrauen, es ist unabhängig von staatlicher Einflussnahme und es bietet Schutz vor Inflation und Währungsschwankungen. In wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten stieg der Goldpreis oft an, während die Börsenkurse sanken. Für Anleger kann es sich daher empfehlen, ihr Portfolio durch die Beimischung von Gold besser auszubalancieren und zu stabilisieren. Für die Anlage in Gold gibt es mehrere Möglichkeiten: ● den Kauf von physischem Gold, z.B. in Form von Goldbarren oder Goldmünzen, das dann aber sicher gelagert werden muss, oder ● die indirekte Investition in Wertpapiere, die mit Gold in Verbindungstehen, darunter börsengehandelte ETCs (exchange traded commodities), die den Goldpreis abbilden, breiter gestreute Gold-Fonds oder auch (spekulativere) Goldminenaktien.
Im Währungssystem von Bretton Woods (1944-1971) hatte eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) den Gegenwert von 35 US-Dollar. Nach der Aufhebung der Goldbindung des Dollars konnte sich der Goldpreis ab 1973 nach Angebot und Nachfrage an den Märkten frei entwickeln. In den Krisen der 1970er Jahre (Ölschock, Inflation) erhielt er starken Auftrieb, bildete sich danach aber wieder zurück. Seine nächsten Gipfel erreichte er in der Finanzkrise 2008, in der Euro-Schuldenkrise 2012 und in der Covid-Krise 2020. Seitdem entwickelte er sich weiterhin steil aufwärts. Am 26.12.2025 kletterte sein Schlusskurs erstmals auf über 4500 US-Dollar. Zu den maßgeblichen Gründen für diesen Anstieg zählte die expansive Geldpolitik der Zentralbanken mit der Folge niedriger Zinsen, so dass eine Anlage in Gold, obwohl zinslos, attraktiver erschien. Hinzu kamen die geopolitischen Unsicherheiten: die Ablösung der bisherigen Weltordnung durch eine zunehmend rücksichtslose Großmachtpolitik, handelspolitische Unwägbarkeiten, akute oder drohende militärische Konflikte. In dieser Situation diente Gold als klassischer „sicherer Hafen“ für die verunsicherten Anleger. Verstärkt wurde der Auftrieb des Goldpreises dadurch, dass die Zentralbanken wichtiger Staaten (wie Indien, China, Türkei, Polen) ihre Goldreserven im Hinblick auf die weltpolitische Lage massiv aufstockten.
| Ausgabe: | 02/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |