Die Zahlungsbilanz

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Infografik Nr. 218001

Die Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz erfasst alle wirtschaftlichen Transaktionen (d.h. den Austausch von Gütern, Dienstleistungen und finanziellen Ansprüchen) zwischen Inländern und A ...

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Die Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz erfasst alle wirtschaftlichen Transaktionen (d.h. den Austausch von Gütern, Dienstleistungen und finanziellen Ansprüchen) zwischen Inländern und Ausländern in einem bestimmten Zeitraum. Sie gibt damit Auskunft über die wirtschaftlichen Verflechtungen eines Landes mit der übrigen Welt und dient als Grundlage für wirtschafts- und währungspolitische Analysten und Entscheidungen.

Die Zahlungsbilanz ist in mehrere Teilbilanzen untergliedert. Dabei wird grundsätzlich zwischen dem Leistungsverkehr und dem Kapitalverkehr mit dem Ausland unterschieden. Die Leistungsbilanz registriert alle Transaktionen, die Einfluss auf Einkommen und Verbrauch eines Landes haben. Sie umfasst zunächst alle Lieferungen und Bezüge im • Warenhandel zwischen Inländern und Gebietsfremden. Neben dem Warenaustausch fallen in den Wirtschaftsbeziehungen zum Ausland aber auch die sogenannten „unsichtbaren“ Leistungen ins Gewicht. Hinter diesem Begriff verbergen sich • die grenzüberschreitenden Dienstleistungen (Lohnfertigungen, Tourismus-, Transport-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen, die Nutzung geistigen Eigentums, Kommunikationsdienstleistungen usw.), • die Primäreinkommen (Löhne, Gehälter, Kapitalerträge, Subventionen usw.) und • die Sekundäreinkommen – Übertragungen, die ohne Anspruch auf Gegenleistung erfolgen (Zahlungen an internationale Organisationen, Sozialleistungen, Heimatüberweisungen von Arbeitnehmern usw.). Von der Leistungsbilanz getrennt werden „einmalige“ Vermögensübertragungen wie Erbschaften, Schuldenerlasse oder Investitionszuschüsse in der Vermögensänderungsbilanz verbucht.

Erzielt ein Land Überschüsse in der Leistungsbilanz, so erwächst daraus ein Zuwachs des Auslandsvermögens, der sich in der Kapitalbilanz widerspiegelt. Ein Leistungsbilanzdefizit zieht wachsende Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland bzw. einen Abbau des Auslandsvermögens nach sich. Die Kapitalbilanz schlüsselt auf, welche Finanzpositionen sich dabei verändern und in welchem Umfang dies geschieht. Sie verzeichnet die grenzüberschreitenden Kapitalbewegungen – Direktinvestitionen, Wertpapiergeschäfte und die Aufnahme oder Gewährung von Handels- oder Bankkrediten. Teil der Kapitalbilanz ist auch die Zu- oder Abnahme der offiziellen Währungsreserven.

Beide Seiten der Zahlungsbilanz – Leistungs- und Vermögensänderungsbilanz auf der einen, Kapitalbilanz auf der anderen Seite – stehen somit in einem engen Zusammenhang. In der Praxis gibt es zwischen ihnen aber stets einige Differenzen, die sich im Restposten der Zahlungsbilanz niederschlagen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 11/2014
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