Betriebsratswahlen

Betriebsratswahlen

Infografik Nr. 242120

Alle vier Jahre sind die Beschäftigten in Betrieben mit mindestens fünf Arbeitnehmern aufgerufen, in der Zeit zwischen dem 1.3. und dem 31.5. ihre betrieblichen Interessenvertreter zu wählen, zuletzt im Jahr 2018.
41 % der Beschäftigten im Westen und 36 % im Osten Deutschlands sind durch einen Betriebsrat vertreten.

Die Zusammensetzung der Betriebsräte ist nach wie vor geprägt von Männern im mittleren Alter, die in den allermeisten Fällen schon über längere Erfahrung im Betriebsrat verfügen.

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Alle vier Jahre sind die Beschäftigten in Betrieben mit mindestens fünf Arbeitnehmern aufgerufen, in der Zeit zwischen dem 1.3. und dem 31.5. ihre betrieblichen Interessenvertreter zu wählen, zuletzt im Jahr 2018. Zum Ausgang der Wahl liegen keine Gesamtzahlen vor, wohl aber stichprobenartige Auswertungen, deren Aussagen sich zum Teil deutlich unterscheiden. Sie sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass überhaupt nur 41 % der Beschäftigten im Westen und 36 % im Osten Deutschlands durch einen Betriebsrat vertreten sind (so das Ergebnis des IAB-Betriebspanels 2019).

Vom Deutschen Gewerkschaftsbund werden keine branchenübergreifenden Resultate der Betriebsratswahlen bekannt gegeben. Einen gewissen Ersatz dafür bietet der Trendreport Betriebsratswahlen, den die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte. Er analysiert Angaben aus rund 32 000 Betriebsräten im Organisationsbereich der großen DGB-Gewerkschaften IG Metall, ver.di, IG BCE, IG BAU, EVG und NGG in Bezug auf das Wahlverhalten der Beschäftigten und die Zusammensetzung der Betriebsräte. Wie daraus hervorgeht, zeichneten sich die Betriebsratswahlen auch 2018 wieder durch eine hohe Wahlbeteiligung aus. Allerdings fällt auf, dass die Wahlbeteiligung mit der Größe des Betriebs generell abnimmt: In kleineren Betrieben mit bis zu 100 Mitarbeitern lag sie im Durchschnitt über 80 %, in großen Unternehmen mit über 1 000 Beschäftigten aber nur bei knapp 60 %.

Die Zusammensetzung der Betriebsräte ist nach wie vor geprägt von Männern im mittleren Alter, die in den allermeisten Fällen schon über längere Erfahrung im Betriebsrat verfügen. So waren im Bereich von IG Metall und ver.di gut zwei Drittel der 2018 gewählten Kandidaten älter als 45 Jahre. Neu in den Betriebsrat gewählt wurden (im Bereich von IG BCE, NGG und ver.di) nur rund 14 % der Kandidaten, bei 86 % handelte es sich um Wiedergewählte mit Betriebsratserfahrung. Offenbar setzten die Wählerinnen und Wähler verstärkt auf Kontinuität. Der durchschnittliche Frauenanteil über alle betrachteten Gewerkschaften hinweg lag bei 30 %. Tatsächlich hat sich die Repräsentation der Frauen erkennbar verbessert, seit im Jahr 2001 eine Quote für das Minderheitengeschlecht in Betriebsräten eingeführt wurde. In Führungspositionen – als Betriebsratsvorsitzende und deren Stellvertreter – sind Frauen aber immer noch unterpräsentiert. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad, bezogen auf die Datenbasis von ver.di und NGG, liegt unter den aktuell amtierenden Betriebsratsmitgliedern bei 59 %. Im Vergleich zu früheren Trendreports lässt sich hier keine abnehmende Tendenz feststellen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2020
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