Betriebsratswahlen

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Infografik Nr. 242120

Betriebsratswahlen

Alle vier Jahre sind die Beschäftigten in Betrieben mit mindestens fünf Arbeitnehmern aufgerufen, in der Zeit zwischen dem 1.3. und dem 31.5. ihre betrieblichen ...

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Betriebsratswahlen

Alle vier Jahre sind die Beschäftigten in Betrieben mit mindestens fünf Arbeitnehmern aufgerufen, in der Zeit zwischen dem 1.3. und dem 31.5. ihre betrieblichen Interessenvertreter zu wählen, zuletzt im Jahr 2010. Zum Ausgang der Wahl liegen keine Gesamtzahlen vor, wohl aber stichprobenartige Auswertungen, deren Aussagen sich zum Teil deutlich unterscheiden. Sie sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass überhaupt nur 45% der Beschäftigten im Westen und 37% im Osten Deutschlands durch einen Betriebsrat vertreten sind (so das Ergebnis des IAB-Betriebspanels 2010).

Vom Deutschen Gewerkschaftsbund werden keine branchenübergreifenden Resultate der Betriebsratswahlen bekannt gegeben. Einen gewissen Ersatz dafür bietet der Trendreport Betriebsratswahlen, den die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte. Er analysiert Angaben aus rund 30000 Betriebsräten im Organisationsbereich der großen DGB-Gewerkschaften IG Metall, ver.di, IG BCE, IG BAU, EVG und NGG in Bezug auf das Wahlverhalten der Beschäftigten und die Zusammensetzung der Betriebsräte. Wie daraus hervorgeht, zeichneten sich die Betriebsratswahlen auch 2010 wieder durch eine hohe Wahlbeteiligung aus. Während die Beteiligung an allgemeinen politischen Wahlen in den letzten zwanzig Jahren deutlich zurückging, gaben bei der Wahl der betrieblichen Interessenvertretungen in den für die Studie ausgewerteten Betrieben 2010 wieder mehr als 80% der Arbeitnehmer ihre Stimme ab. Der DGB-Bundesvorstand bezifferte die durchschnittliche Wahlbeteiligung bei den Betriebsratswahlen 2010 auf rund 71%. Nach den Beobachtungen des Trendreports setzten die Wählerinnen und Wähler verstärkt auf Kontinuität: Im Bereich der IG Metall zum Beispiel waren zwei Drittel der gewählten Betriebsratsmitglieder zuvor schon im Betriebsrat aktiv. Die vier großen DGB-Gewerkschaften kamen auf einen Anteil von 73% der Betriebsratsmandate und die IG Metall stellte in ihrem Bereich 87% der Betriebsratsvorsitzenden.

Zu deutlich anderen Ergebnissen gelangte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) , das Rückmeldungen aus gut 1000 Unternehmen verarbeitete, darunter ein hoher Anteil großer Banken und Versicherungen. Nach dessen Auswertungen lag der Anteil der im DGB organisierten Betriebsratsmitglieder unter 50%. In der Industrie, so konzediert das IW, sind die DGB-Gewerkschaften jedoch nach wie vor stark vertreten. Beide Studien stimmen darin überein, dass sich Betriebsräte überwiegend aus älteren und erfahrenen Mitgliedern zusammensetzen. Frauen bleiben weiterhin unterrepräsentiert.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2012
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