Arbeitnehmerorganisationen in Deutschland

Arbeitnehmerorganisationen in Deutschland

Infografik Nr. 240110

Die deutschen Arbeitnehmerorganisationen – Gewerkschaften und berufsständischen Verbände – stehen in der Tradition der Vereinigungen, in denen sich die Arbeitenden seit Mitte des 19. Jahrhunderts zusammenschlossen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Als Wortführer eines großen Teils der arbeitenden Bevölkerung machen sie ihren Einfluss auf die Gestaltung der staatlichen Arbeits- und Sozialpolitik geltend.

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Die deutschen Arbeitnehmerorganisationen – Gewerkschaften und berufsständischen Verbände – stehen in der Tradition der Vereinigungen, in denen sich die Arbeitenden seit Mitte des 19. Jahrhunderts zusammenschlossen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Als Wortführer eines großen Teils der arbeitenden Bevölkerung machen sie ihren Einfluss auf die Gestaltung der staatlichen Arbeits- und Sozialpolitik geltend. Gleichzeitig vertreten sie die Ansprüche der Arbeitnehmer in der direkten Auseinandersetzung mit den Arbeitgeberverbänden. Sie sehen ihre Aufgabe vor allem darin, in Tarifverträgen bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verankern, Arbeitsplätze zu sichern, die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer zu wahren und den Arbeitsschutz zu verbessern.

Größte gewerkschaftliche Organisation in Deutschland ist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der in der Bundesrepublik 1949 als Dachorganisation autonomer Gewerkschaften gegründet wurde. Die Gewerkschaften des DGB sind in der Regel nach dem Industrieverbandsprinzip – ein Betrieb, eine Gewerkschaft – organisiert. Nur sie (und nicht der DGB als Dachverband) sind „tariffähig“ und damit für den Abschluss von Tarifverträgen zuständig. Ende 2018 gehörten den acht DGB-Gewerkschaften knapp 6,0 Mio Mitglieder an. Als der DGB 1991, nach der deutschen Einigung, auch in Ostdeutschland Fuß gefasst hatte, waren es 11,8 Mio Mitglieder. In der Folge büßten die DGB-Gewerkschaften einen großen Teil ihrer damaligen Organisationsstärke ein. Arbeitsplatzverluste und Verschiebungen in der Beschäftigungsstruktur – von den Sektoren mit traditionell starker Gewerkschaftsbindung (Industrie, öffentlicher Dienst) zu den eher gewerkschaftsfernen Dienstleistungen – waren die Hauptursachen dieses Rückgangs. Daneben trug die Aufweichung der Tarifbindung, vor allem in Ostdeutschland, zur Schwächung der Gewerkschaften bei. Und auch der allgemeine Vertrauensverlust gesellschaftlich-politischer Großorganisationen machte ihnen zu schaffen. Inzwischen hat sich die Entwicklung jedoch weitgehend stabilisiert.

Die größten Arbeitnehmerorganisationen neben dem DGB sind: ● DBB – Beamtenbund und Tarifunion als Dachorganisation von Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes (mit etwas über 1,3 Mio Mitgliedern), der ● Christliche Gewerkschaftsbund (CGB) sowie der ● Deutsche Bundeswehrverband (DBwV) als Interessenorganisation aktiver und ehemaliger Soldaten. Daneben machen sich zahlreiche Berufsverbände und Branchengewerkschaften (wie der Marburger Bund oder die Vereinigung Cockpit) in ihrem spezifischen Bereich für die berufspolitischen Belange ihrer Mitglieder stark.

Reihe: 53
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Ausgabe: 03/2019
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