Berufspendler

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Infografik Nr. 410113

Jeden Morgen machen sich in Deutschland Millionen Erwerbstätige auf den Weg zur Arbeit. Wenn sie Glück haben, liegt ihre Arbeitsstätte nur eine kurze Strecke entfernt, so dass sie zu Fuß dorthin g ...

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Jeden Morgen machen sich in Deutschland Millionen Erwerbstätige auf den Weg zur Arbeit. Wenn sie Glück haben, liegt ihre Arbeitsstätte nur eine kurze Strecke entfernt, so dass sie zu Fuß dorthin gelangen können. Aber andere quälen sich im Stop-and-go durch den morgendlichen Berufsverkehr, zwängen sich in vollbesetzte Busse und Bahnen und kämpfen täglich neu mit Staus oder Verspätungen. Nicht wenige nehmen auch sehr weite Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf, weil es in Ballungszentren zwar Arbeit gibt, aber kaum erschwingliche Wohnungen, oder weil ein Umzug aus familiären Rücksichten nicht in Frage kommt oder sich wegen eines zeitlich begrenzten Arbeitsvertrags schlicht nicht lohnt.

Befragungen im Rahmen des Mikrozensus 2016 werfen ein Licht auf diese Seite des Arbeitslebens. Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Erwerbstätigen kann auf dem gleichen Grundstück zur Arbeit gehen – meist Selbstständige, bei denen Wohn- und Arbeitsstätte zusammenfallen, aber auch Bewohner einer Werkswohnung oder Beschäftigte, die vom Home-office aus arbeiten. Die fast 33 Mio Erwerbstätigen, die zum Arbeitsplatz pendeln und für die nähere Angaben vorliegen, müssen dagegen weitere Wege zurücklegen. So erreicht jeder zweite (50 %) den Arbeitsplatz in einer Entfernung von bis zu 10 km; weitere 14 Mio (43 %) müssen bis zu 50 km weit fahren, um zur Arbeit zu kommen; 1,5 Mio (knapp 5 %) sind sogar 50 km oder mehr unterwegs. Die übrigen haben ständig wechselnde Arbeitsstätten, z.B. auf Baustellen.

Entsprechend groß ist der Zeitaufwand für den Arbeitsweg. Zwar schaffen mehr als zwei Drittel der Pendler den Hinweg in weniger als einer halben Stunde, aber jeder fünfte (22 %) braucht darüber hinaus bis zu einer Stunde. Und jeder zwanzigste (5 %) fährt sogar eine Stunde oder noch länger. Solche Fernpendler wohnen häufig in abgelegenen ländlichen Gebieten oder legen lange Distanzen zwischen größeren Städten zurück. Sie nehmen für einen festen, womöglich besser bezahlten Arbeitsplatz derart große Belastungen auf sich.

Nur 14 % der Pendler nutzen das öffentliche Verkehrsangebot (Bus, Tram, U-Bahn, S-Bahn, Fernzug), und jeweils 9 % machen sich per Fahrrad oder zu Fuß auf den Weg. Bevorzugtes Verkehrsmittel auch auf kürzeren Strecken ist damit das Auto (mit einem Anteil von 69 %).

Der Weg zur Arbeit hat nicht nur eine Verlängerung der täglichen Arbeitszeit zur Folge, er ist gerade im Straßenverkehr auch mit beträchtlichen Gefahren verbunden. So ereigneten sich nach Angaben der Gesetzlichen Unfallversicherung 2016 rund 186000 Wegeunfälle, bei denen 311 Menschen ums Leben kamen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2017
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