Verkehrsprojekte Deutsche Einheit

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Infografik Nr. 395072

Verkehrsprojekte Deutsche Einheit

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Verkehrsprojekte Deutsche Einheit

Nach der deutschen Einigung stand die Verkehrspolitik der Bundesrepublik vor großen Aufgaben. Zum einen musste die Verkehrsinfrastruktur in Ostdeutschland grundlegend verbessert werden. Zum anderen fehlte es an Ost-West-Verbindungen. Solange Deutschland geteilt war, standen entlang der innerdeutschen Grenze auf 1400 km nur zehn Straßenübergänge, acht Eisenbahnübergänge und zwei Wasserstraßenübergänge für den grenzüberschreitenden Verkehr (einschließlich des Berlin-Transits) zur Verfügung.

Diese Engpässe zu überwinden, erwies sich als Vorbedingung für den wirtschaftlichen Neubeginn im Osten und für die Annäherung der Lebensbedingungen in Ost- und Westdeutschland. Hinzu kamen die Erfordernisse des Transitverkehrs nach der Osterweiterung der Europäischen Union. Kernstück der Verkehrsbauvorhaben, die schon kurz nach der deutschen Einigung in Angriff genommen wurden, sind die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit. Dabei handelt es sich um neun Schienenprojekte, sieben Autobahnprojekte und ein Wasserstraßenprojekt, mit denen Verbindungen vor allem in ost-westlicher Richtung ausgebaut oder neu geschaffen werden sollten. Die Realisierung dieser Projekte erfordert Investitionen von rund 40 Mrd €; davon wurden bis Ende 2015 etwa 88 % verbaut. Um einen zügigen Ausbau der Verkehrswege zu ermöglichen, hatte der Gesetzgeber die Planungsverfahren 1991 erheblich beschleunigt und vereinfacht.

Bis 2016 waren sechs Bahnverbindungen komplett oder bis auf Restarbeiten (Lärmschutz, Landschaftsbau) fertiggestellt. Bereits 1998 ging die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hannover und Berlin (VDE 4) in Betrieb. Durch sie verkürzte sich die Reisezeit von Berlin nach Hannover und in Richtung Rhein/Ruhr um eine Stunde. Die Verbindung Hamburg-Berlin (VDE 2) wurde nach dem Scheitern des Magnetbahnprojekts zwischen beiden Städten bis Ende 2004 zur Schnellfahrstrecke ausgebaut. Als innerdeutsche und europäische Nord-Süd-Verbindung wird die Strecke zwischen Nürnberg und Berlin über Erfurt und Halle/Leipzig (VDE 8) grundlegend erneuert. Längere Abschnitte davon sind bereits fertiggestellt.

Im Zuge der Straßenbauprojekte wurden bis 2016 fast 2000 km neu- und ausgebaute Autobahnen dem Verkehr übergeben, darunter die Ostsee-Autobahn A 20 (VDE 10), der Ausbau der Verbindungen von und nach Berlin (VDE 11, 12) und die neuen Strecken Magdeburg-Halle, Göttingen-Halle sowie von Erfurt aus durch Südthüringen nach Bayern (VDE 13, 14, 16). Für die Binnenschifffahrt wird die Wasserstraße Hannover-Berlin ausgebaut (VDE 17). Bei Magdeburg entstand ein Wasserstraßenkreuz zwischen Mittellandkanal und Elbe.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2016
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