Binnenschifffahrt

Binnenschifffahrt

Infografik Nr. 415112

Binnenschifffahrt

Für den Güterverkehr in Deutschland spielen die Binnenschifffahrt und die von ihr befahrenen Wasserstraßen eine tragende Rolle. Die für die Schifffahrt regulierten gr ...

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Binnenschifffahrt

Für den Güterverkehr in Deutschland spielen die Binnenschifffahrt und die von ihr befahrenen Wasserstraßen eine tragende Rolle. Die für die Schifffahrt regulierten großen Flüsse sind durch Kanäle miteinander verbunden, so dass die wichtigsten Industriezentren und Handelsplätze durch Binnenschiffe angesteuert werden können. Insgesamt erstrecken sich die schiffbaren Binnenwasserstraßen der Bundesrepublik über rund 7300 km. Zwar sind auf den Gütermärkten in den letzten 2-3 Jahrzehnten Veränderungen eingetreten, die sich auf die Binnenschifffahrt zum Teil ungünstig auswirkten (wie der Rückgang des Kohle- und Ölverbrauchs und der wachsende Anteil terminempfindlicher Produkte), doch wird in Deutschland nach wie vor etwa ein Zehntel der gesamten Transportleistung im Güterverkehr durch Binnenschiffe erbracht (2014: 59 Mrd Tonnenkilometer). Die jährliche Transportmenge schwankte seit 1991 zwischen 220 und 250 Mio Tonnen; in der Wirtschaftskrise 2009 brach sie allerdings auf 204 Mio t ein. 2014 belief sie sich wieder auf rund 229 Mio t. Ihre Stärken spielt die Binnenschifffahrt vor allem beim Transport schwerer Massengüter aus: Sand und Kies, Kraftstoffe und Heizöl, Eisenerz, Metalle, Kohle und chemische Grundstoffe stellen den allergrößten Teil ihrer Ladung. Auf Container zur Beförderung von Halbfertig- oder Fertigprodukten entfallen derzeit nur etwa 9 % ihrer Transportmenge; dennoch ist das Binnenschiff damit ein zentraler Faktor im kombinierten Verkehr, in dessen Logistikkette es neben der Bahn für den Ferntransport der Güter sorgt, während Lkw die lokale Verteilung übernehmen.

Als Schnittstellen auf den Transportwegen dienen die deutschen Binnenhäfen, in denen 2014 rund 266 Mio t Güter umgeschlagen wurden, davon fast zwei Drittel (170 Mio t) am Rhein und seinen Nebenflüssen. Allein in den Duisburger Häfen wurden mehr als 52 Mio t verschifft oder ausgeladen. Duisburg fungiert als Drehscheibe im Hinterland der großen Seehäfen Rotterdam, Antwerpen und Amsterdam. Weitere bedeutende Umschlagplätze am Rhein sind Köln, Ludwigshafen und Mannheim. Hamburg als führender Seehafen Deutschlands ist der wichtigste Anlaufpunkt für die Binnenschifffahrt auf der Elbe.

Die verkehrspolitisch angestrebte Verlagerung von Transportleistungen auf die Binnenwasserstraßen stößt bisher auf Grenzen. Ein Grund dafür liegt in der Überalterung und der beschränkten Kapazität großer Teile des Wasserstraßennetzes. Zwar ist die Infrastruktur am Rhein in einem relativ guten Zustand, doch besteht in den übrigen Flussgebieten sowie an den Kanälen ein enormer Nachholbedarf zur Erhaltung und Erneuerung der vorhandenen Anlagen. Für Neuinvestitionen ist daher kaum Spielraum vorhanden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2015
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