Produktion im Haushalt

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Infografik Nr. 499200

Produktion im Haushalt

Das Bruttoinlandsprodukt misst die jährliche Produktionsleistung einer Volkswirtschaft. Die Produktionsleistungen der privaten Haushalte bleiben dabei bis auf kl ...

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Produktion im Haushalt

Das Bruttoinlandsprodukt misst die jährliche Produktionsleistung einer Volkswirtschaft. Die Produktionsleistungen der privaten Haushalte bleiben dabei bis auf kleine Ausnahmen aber unberücksichtigt: Den Haushalt zu führen, die eigenen Kinder zu betreuen, kranke Familienangehörige zu pflegen, Einkäufe zu erledigen, ehrenamtliche Arbeit zu leisten oder nach Feierabend die Wohnung zu renovieren findet im Konzept der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung keinen Platz.

Für das Jahr 2013 hat das Statistische Bundesamt nun aber zum dritten Mal seit 1992 eine Sonderrechnung aufgemacht, die das ökonomische Gewicht der unbezahlten Arbeit im Haushalt zahlenmäßig belegen soll. Die Berechnungen stützen sich auf Angaben zur Zeitverwendung der Haushaltsmitglieder. Danach wurden in Deutschland 2013 rund 66 Milliarden Stunden Erwerbsarbeit (einschließlich Wegezeiten) geleistet, denen 89 Milliarden Stunden unbezahlter häuslicher Arbeit gegenüberstanden. Setzt man für jede unbezahlte Arbeitsstunde den Nettostundenlohn einer Hauswirtschafterin an (2013: 9,25 €), so repräsentiert die unbezahlte Arbeit im Haushalt einen Gesamtwert von 826 Mrd €. Müssten die Haushalte dafür bezahlte Kräfte einstellen, wären die Lohnkosten einschließlich Sozialbeiträgen, Steuern und der Bezahlung von Krankheits- und Urlaubstagen sogar mehr als doppelt so hoch.

Die überwiegend von Frauen geleistete unbezahlte Arbeit ist die wichtigste Komponente der Haushaltsproduktion und trägt so zur Bruttowertschöpfung der privaten Haushalte bei. Für das Jahr 2013 wird die mit Aktivitäten der unbezahlten Arbeit verbundene Bruttowertschöpfung vom Statistischen Bundesamt auf 876 Mrd € veranschlagt. Der weit überwiegende Teil davon (695 Mrd €) entfällt auf Haus- und Gartenarbeit. Mit großem Abstand folgen die Tätigkeitsbereiche „Pflege und Betreuung“ (76 Mrd €), „Ehrenamt und informelle Hilfen“ (74 Mrd €) sowie „Bauen und handwerkliche Tätigkeiten“ (31 Mrd €).

Die Größenordnung der hauswirtschaftlichen Eigenleistungen wird deutlich, wenn man sie mit Zahlen aus der offiziellen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) vergleicht: So lag die Bruttowertschöpfung aus unbezahlter Arbeit 2013 deutlich über der des gesamten Produzierenden Gewerbes (Bergbau, Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe) mit 769 Mrd €. Sie entsprach etwa 35 % der in der VGR erfassten gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung von 2537 Mrd €. 1992 lag dieser Anteil (mit 42 %) noch weit höher. Seitdem ist der Zeitaufwand für unbezahlte Arbeit aber deutlich zurückgegangen – vor allem, weil Frauen heute häufiger berufstätig sind und ihnen weniger Zeit für die Hausarbeit bleibt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2016
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