Arbeitsproduktivität

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Infografik Nr. 349100

Ein wichtiger Maßstab für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft ist die „Ergiebigkeit“ des Produktionsfaktors Arbeit, die Arbeitsproduktivität. Sie zeigt an, wie viel ein ...

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Ein wichtiger Maßstab für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft ist die „Ergiebigkeit“ des Produktionsfaktors Arbeit, die Arbeitsproduktivität. Sie zeigt an, wie viel ein Erwerbstätiger im Durchschnitt pro Jahr oder je Arbeitsstunde zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Davon ausgehend lässt sich die Entwicklung der Arbeitsproduktivität von Jahr zu Jahr am Zuwachs des BIP je Erwerbstätigenstunde ablesen.

Die Steigerung der Arbeitsproduktivität, wie sie in der deutschen Wirtschaft über die letzten Jahrzehnte zu beobachten war, lässt sich auf mehrere Ursachen zurückführen. An erster Stelle ist die wachsende • Kapitalausstattung der Arbeitsplätze in Verbindung mit dem technischen Fortschritt zu nennen. Sie ermöglicht es z.B., in einer Arbeitsstunde mit Hilfe von Maschinen und Computern weit mehr als mit reiner Handarbeit zu produzieren. Auch die Verbesserung der Betriebs- und Arbeitsorganisation trägt zur steigenden Produktivität bei. Ein weiterer entscheidender Faktor liegt in der • Qualifizierung der menschlichen Arbeitskraft, denn der Umgang mit der anspruchsvollen Technik erfordert eine immer bessere Ausbildung. Darüber hinaus besteht die Tendenz, das menschliche Arbeitsvermögen je Zeiteinheit intensiver zu nutzen. Viele Rationalisierungsmaßnahmen zielen in diese Richtung – auch mit dem fragwürdigen Ergebnis, dass weniger Leistungsfähige aus dem Arbeitsprozess hinausgedrängt werden. Schließlich tragen die • gesamtwirtschaftlichen Strukturveränderungen zur Steigerung der Produktivität bei. Sie sorgen dafür, dass unrentable Fertigungszweige aufgegeben werden und die Arbeit in produktivere Bereiche der Wirtschaft umgelenkt wird. Auf kurze Sicht wird die Arbeitsproduktivität aber auch von den • Schwankungen der Konjunktur beeinflusst. So sinkt die Produktionsleistung je Arbeitsstunde in Phasen des wirtschaftlichen Abschwungs, weil die Produktionsanlagen nicht mehr voll genutzt werden, die Unternehmen ihren Personalbestand zunächst aber nicht so stark reduzieren, wie es der rückläufigen Absatzlage entspräche. Umgekehrt steigt die Produktivität in Aufschwungphasen, weil die Kapazitäten dann besser ausgelastet sind und die in der Rezession modernisierten Anlagen voll zur Wirkung kommen.

Je mehr Leistungsreserven mobilisiert werden, desto schwieriger wird es auf Dauer jedoch, das Tempo des Produktivitätsanstiegs aufrechtzuerhalten. Stieg das preisbereinigte BIP je Erwerbstätigenstunde in den 1960er Jahren (im früheren Bundesgebiet) noch um durchschnittlich mehr als 5 %, so verlangsamte sich der Produktivitätszuwachs 2011-2016 auf weniger als 1 % pro Jahr. Einen scharfen Rückgang der Produktivität gab es 2009, als die Beschäftigung trotz der Produktionskrise weitgehend stabil gehalten wurde.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2017
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