Deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise

Deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise

Infografik Nr. 220011

Im Dezember 2019 wurde in China ein neuartiges Corona-Virus entdeckt. Von dort aus sprang es auf andere Länder über. Rasch wurde es zur Gewissheit, dass die Pandemie noch weit schwerwiegendere wirtschaftliche Folgen haben würde als die Finanzkrise 2008/2009. Am 22. März 2020 legte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (die sogenannten Wirtschaftsweisen) ein Sondergutachten vor, in dem er mögliche Szenarien der künftigen Wirtschaftsentwicklung durchspielte.

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Im Dezember 2019 wurde in China ein neuartiges Corona-Virus entdeckt. Von dort aus sprang es auf andere Länder über. Am 11. März 2020 – inzwischen waren schon mehr als 100 000 Menschen nachweislich infiziert – erklärte die Weltgesundheitsorganisation die durch das Virus ausgelöste Krankheit Covid-19 zur Pandemie. Nach dem Beispiel Chinas und Südkoreas ergriffen nun viele Staaten einschneidende gesundheitspolitische Maßnahmen, um soziale Kontakte zu unterbinden und so die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. In Deutschland traten am 18. März gravierende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Kraft, die einige Tage später noch verschärft wurden. Geschäfte (ausgenommen solche des täglichen Bedarfs), Gaststätten, Hotels, Sport- und Unterhaltungsstätten, Kitas, Schulen und Universitäten mussten schließen, öffentliche Verkehrsmittel reduzierten ihr Angebot, Produktionsfirmen schränkten den Betrieb ein und viele Arbeitnehmer mussten von zu Hause aus arbeiten oder wurden in Kurzarbeit geschickt.

Rasch wurde es zur Gewissheit, dass die Pandemie noch weit schwerwiegendere wirtschaftliche Folgen haben würde als die Finanzkrise 2008/2009. Noch im März brachte der Bund ein beispielloses Hilfspaket auf den Weg, mit dem Existenzen gesichert, Arbeitslosigkeit vermieden und Unternehmen aller Größen vor dem wirtschaftlichen Aus bewahrt werden sollen. Am 22. März 2020 legte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (die sogenannten Wirtschaftsweisen) ein Sondergutachten vor, in dem er mögliche Szenarien der künftigen Wirtschaftsentwicklung durchspielte. Dies unter dem Vorbehalt, dass ein Ende der gesundheitspolitischen Maßnahmen noch nicht absehbar war. 

Das Basisszenario des Gutachtens geht davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage im Lauf des Sommers allmählich wieder normalisiert. In diesem Fall würde das Bruttoinlandsprodukt 2020 um 2,8 % niedriger ausfallen als im Vorjahr. 2021 könnte es auf Grund von Nachholeffekten um 3,7 % zulegen. Die Erwerbstätigkeit bliebe dank der politischen Überbrückungsmaßnahmen weitgehend konstant. Tiefere Einschnitte (mit einem jahresdurchschnittlichen Rückgang des BIP um 5,4 %) sind jedoch zu erwarten, wenn es zu länger anhaltenden Einschränkungen und großflächigen Produktionsstillegungen kommt. Dauern die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus über den Sommer hinaus an, wäre auch 2021 erst mit einer sehr verhaltenen wirtschaftlichen Erholung zu rechnen. Dann käme es wohl auch zu tiefgreifenderen Veränderungen der Wirtschaftsstruktur durch Insolvenzen und Entlassungen und zu negativen Rückwirkungen auf die Finanzmärkte und das Bankensystem.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2020
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