Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

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Dass Unternehmen in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten und schließlich scheitern können, gehört zu den Risiken der Marktwirtschaft. In Deutschland nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den 1990er Jahren jedoch dramatisch zu: Mussten 1991 rund 8800 Unternehmen ihre Zahlungsunfähigkeit erklären, so riss die Pleitewelle 2003 und 2004 jeweils mehr als 39000 Unternehmen mit sich fort. Erst die Konjunkturbelebung ab 2005 brachte eine Wende zum Besseren. In der Finanz- und Wirtschaftskrise stieg die Zahl der Unternehmenspleiten zwar noch einmal deutlich an: 2009 mussten nahezu 32700 Unternehmen Insolvenz anmelden, darunter Namen wie Arcandor, Woolworth, Schiesser; der wirtschaftliche Schaden war mit offen gebliebenen Forderungen von 79 Mrd € größer denn je. Ab 2011 gingen die Insolvenzen jedoch anhaltend zurück. 2016 wurden rund 21500 Unternehmen zahlungsunfähig, so wenige wie seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr. An offenen Forderungen standen rund 27 Mrd € zu Buche; soweit bekannt, waren rund 109000 Arbeitnehmer von den Insolvenzen betroffen.

Bei den Firmen, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten, handelt es sich oft um junge Unternehmen, denen ein zu schwaches Geschäftskonzept, fehlende Geschäftsverbindungen oder Schwierigkeiten bei der Kreditbeschaffung zum Verhängnis werden. Die Gründe für eine Firmeninsolvenz können aber auch darin liegen, dass sich die Marktbedingungen und das Käuferverhalten verändern (so insbesondere in der Textil- und in der Kaufhausbranche) oder dass Aufträge ausbleiben. Häufig werden durch einen Dominoeffekt nach Großinsolvenzen auch kleinere Zulieferer oder Abnehmer mit in die Pleite gerissen. Fehler im Firmenmanagement, Mängel in der Planung oder bei der Überwachung der Zahlungseingänge können ebenfalls zum Scheitern einer Firma beitragen.

Von den Unternehmenspleiten des Jahres 2016 betrafen 41 % Einzelunternehmen, Freiberufler und Kleingewerbetreibende; weitere 8 % entfielen auf Personengesellschaften (OHG, KG usw.). Auf Seiten der Kapitalgesellschaften waren GmbH und UG (haftungsbeschränkt) mit zusammen 49 % am Insolvenzgeschehen beteiligt. Nach Branchen wurden die meisten Insolvenzen im Handel (3778), im Baugewerbe (3693) und bei den Unternehmensdienstleistungen (2473) registriert.

Neben der Zahl der Unternehmensinsolvenzen verringerte sich mit der verbesserten Konjunktur- und Verdienstsituation auch die Gesamtzahl der Insolvenzen in den letzten Jahren. 2016 lag sie bei rund 122500 (darunter 77200 Verbraucherinsolvenzen); das entsprach einem Rückgang um 27 % seit 2010.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2017
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