Frauen im Beruf

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Nach dem patriarchalischen Verständnis des Bürgerlichen Gesetzbuchs von 1900 hatte in einer Ehe der Mann „in allen das gemeinschaftliche Leben betreffenden Angelegenheiten“ zu entscheiden. Im bundesdeutschen Recht setzte dem erst das Gleichberechtigungsgesetz von 1957 ein Ende. In der gesellschaftlichen Realität dauerte es aber noch länger, bis das dahinter stehende Rollenmodell – der Mann als alleiniger Ernährer der Familie, die Frau als Hausfrau und Mutter – allmählich abgelöst wurde. Heute sind die Frauen weitgehend ins Erwerbsleben integriert, in Ostdeutschland allerdings stärker als in Westdeutschland, wo junge Mütter häufig für mehrere Jahre aus dem Beruf ausscheiden. Das spiegelt sich in der unterschiedlichen Erwerbsbeteiligung: Nach den Ergebnissen des Mikrozensus waren 2016 im Westen durchschnittlich 73 % der Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahren erwerbstätig oder auf der Suche nach einem Arbeitsplatz, im Osten 76 %. Bundesweit lag die Erwerbsquote der Frauen bei gut 73 %, die der Männer bei 82 %.

Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in Deutschland belief sich 2016 auf durchschnittlich 41,3 Mio; davon waren 19,2 Mio (47 %) weiblichen Geschlechts. Im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen (ohne öffentliche Verwaltung) stellten Frauen mit 73 % den weit überwiegenden Teil der Erwerbstätigen. Deutlich unterproportional waren sie dagegen in der Landwirtschaft (32 %), im Verkehrs- und Kommunikationssektor (28 %) und im Produzierenden Gewerbe (23 %) vertreten. Hier spielen die traditionell vorgeprägten Ausbildungs- und Berufswahlentscheidungen und die entsprechende Einstellungspraxis der Unternehmen noch immer eine ausschlaggebende Rolle. In den übrigen Wirtschaftsbereichen hält sich die Zahl der männlichen und weiblichen Beschäftigten annähernd die Waage.

Betrachtet man das Arbeitsvolumen, die geleisteten Arbeitsstunden, ist der Frauenanteil an der Arbeitswelt allerdings wesentlich geringer, denn Frauenarbeit ist in weitem Umfang Teilzeitarbeit. Fast die Hälfte der weiblichen Erwerbstätigen geht einer regulären Teilzeitbeschäftigung oder einem Minijob nach. Das wirkt sich auch auf die Verdienstsituation der Frauen aus. So lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst der Arbeitnehmerinnen (einschl. geringfügig Beschäftigter) 2016 mit 2436 € um 37 % unter dem der männlichen Arbeitnehmer – ein Ergebnis, in dem die Effekte kürzerer Arbeitszeiten, geringerer Ausbildung, „frauentypischer“ Berufe, niedrigerer beruflicher Positionen, unterbrochener Karrieren und geschlechtlicher Diskriminierung zusammentreffen.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2017
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