Fachkräftemangel

Fachkräftemangel

Infografik Nr. 247717

Vonseiten der deutschen Wirtschaft wird immer wieder ein Mangel an Fachkräften beklagt, der nicht nur in Zukunft drohe, sondern bereits jetzt bestehe. Aber stimmt das? Und wie lässt sich ein Fachkräftemangel überhaupt messen? Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will mit ihrer regelmäßigen Engpassanalyse Klarheit schaffen und die Debatte auf eine objektive Datengrundlage stellen.

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Vonseiten der deutschen Wirtschaft wird immer wieder ein Mangel an Fachkräften beklagt, der nicht nur in Zukunft drohe, sondern bereits jetzt bestehe. Aber stimmt das? Und wie lässt sich ein Fachkräftemangel überhaupt messen? Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will mit ihrer regelmäßigen Engpassanalyse Klarheit schaffen und die Debatte auf eine objektive Datengrundlage stellen. Es handelt sich dabei nicht um eine Prognose, erfasst wird nur die aktuelle Lage. Auch gibt es keine einzelne Kennzahl für den Fachkräftemangel, vielmehr muss sich die Analyse auf die Zusammenschau mehrerer Indikatoren stützen. Einer dieser Indikatoren ist die abgeschlossene Vakanzzeit: Das ist die Zeitspanne vom gewünschten Besetzungstermin einer Stelle bis zu ihrer Abmeldung bei der Arbeitsagentur. Die Länge dieser Zeitspanne gibt Hinweise darauf, wie schwierig es war, geeignete Fachkräfte zu finden (Helfer- und Anlerntätigkeiten bleiben bei der Analyse unberücksichtigt.) Tatsächlich ist die durchschnittliche Vakanzzeit über alle Berufe hinweg  in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen: 2010 lag sie bei 57 Tagen, 2018 schon bei 113 Tagen. Dafür ist ein quantitativer Mangel an Fachkräften aber nur eine mögliche Ursache. Denkbar ist z.B. auch, dass der Beruf an sich zu unattraktiv ist, schlechte Arbeitsbedingungen Bewerber abgeschreckt haben oder die räumlichen Entfernungen zu groß waren. 

Als weiterer Indikator wird daher das Verhältnis der Arbeitslosen zu den offenen Stellen in die Analyse einbezogen (wiederum ohne Helfer- und Anlerntätigkeiten). Liegt in einem Berufsfeld die Zahl der Arbeitslosen unterhalb der Zahl der freien Stellen, lässt sich anhand dieser Lücke das Ausmaß des Fachkräftemangels erahnen. Auch bei diesem Indikator zeigt sich im Zeitverlauf eine Verschärfung: Vor der Finanz- und Wirtschaftskrise (2007) lag das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen über alle Berufsgruppen hinweg noch bei 9 zu 1. Während der Krise stieg diese Relation zwar kurzzeitig an, fiel aber bis 2018 auf 2,5 zu 1 ab. Engpassberufe, bei denen die Zahl der offenen Stellen die der Arbeitslosen deutlich übersteigt, finden sich aktuell vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich sowie in mehreren technischen Berufsfeldern (siehe ZAHLENBILD).   

Während in einzelnen Berufen und Regionen also durchaus Engpässe bestehen, lässt die BA-Analyse noch keinen generellen Fachkräftemangel erkennen. Das steht in Kontrast zu den oft alarmierenden Zahlen, die von Wirtschaftsverbänden publiziert werden. Zum Teil liegt dies daran, dass die BA nur Stellen mit Berufsangabe zählt, die bei ihren Jobcentern gemeldet sind, und so nur einen Teil des Bildes erfasst.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2019
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