Gleitzone für Midi-Jobs

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Im Rahmen der Hartz-Reformen wurde 2003 die Abgabenbelastung für niedrige Arbeitseinkommen neu geregelt. Arbeitnehmer sollten unterhalb bestimmter Verdienstschwellen ganz von Sozialbeiträgen und Lohnsteuer befreit oder doch finanziell entlastet werden. Die auf dieser Basis entstandenen Mini- und Midi-Jobs fanden großen Zuspruch – sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern.

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Gleitzone für Midi-Jobs

Im Rahmen der Hartz-Reformen wurde 2003 die Abgabenbelastung für niedrige Arbeitseinkommen neu geregelt. Arbeitnehmer sollten unterhalb bestimmter Verdienstschwellen ganz von Sozialbeiträgen und Lohnsteuer befreit oder doch finanziell entlastet werden. Dahinter stand das Ziel, Beschäftigungen mit geringer Stundenzahl und/oder niedriger Entlohnung attraktiver zu machen, sie aus der Illegalität der Schwarzarbeit herauszuholen und damit zugleich berufliche Einstiegschancen für Menschen am Rande des regulären Arbeitsmarkts zu schaffen. Die auf dieser Basis entstandenen Mini- und Midi-Jobs fanden großen Zuspruch – sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern. Und die Politik hielt an ihnen fest, obwohl ein Hauptanliegen der Reform, mit ihnen ein Sprungbrett in vollwertige Arbeit zu schaffen, eindeutig verfehlt wurde.

So beschränkte sich die Neuregelung der Mini- und Midi-Jobs zum 1.1.2013 weitgehend auf die Anhebung der Verdienstgrenzen: Anschließend an die neue Geringfügigkeitsgrenze von 450 € erstreckt sich der Bereich der Midi-Jobs nunmehr bis zu einem Monatsverdienst von 850 €. Arbeitnehmer mit einem Verdienst zwischen 450,01 und 850 € sind sozialversicherungspflichtig, doch steigt ihre Sozialabgabenbelastung je nach Höhe des Arbeitsentgelts in einem gleitenden Übergang erst allmählich zu ihrem vollen Umfang. Während der Arbeitgeber seinen regulären Anteil an den Sozialbeiträgen übernimmt, wird der Arbeitnehmeranteil nach einem fiktiven niedrigeren Lohn berechnet. Der dadurch erzielte Entlastungseffekt ist im unteren Bereich der Gleitzone, bei einem Arbeitsentgelt von knapp über 450 €, am größten und schwächt sich bei steigendem Lohn immer weiter ab. Ab einem Verdienst von 850 € werden die Arbeitnehmer mit ihren Sozialbeiträgen voll zur Kasse gebeten.

Legt man einen Gesamt-Sozialbeitragssatz von 39,45 % zugrunde (Stand ab 1.1.2013), beliefe sich der volle Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei einem monatlichen Arbeitslohn von 450,01 € auf 90,79 €. Nach der Beitragsformel für Midi-Jobs errechnet sich jedoch ein Betrag von 49,12 €. Das entspricht einer Ersparnis von 41,67 €. Bei einem Verdienst von 650 € macht die Entlastung noch knapp 20 € aus. Der Nachteil dieser Regelung: Sie zieht Abstriche in der Rentenversicherung nach sich. Der Rentenberechnung wird später nämlich ein fiktives, den reduzierten Rentenbeiträgen entsprechendes Arbeitseinkommen und nicht der tatsächliche Verdienst zugrunde gelegt. Es besteht aber die Möglichkeit, für diesen Teil auf die Entlastung zu verzichten und freiwillig den vollen Rentenbeitrag zu zahlen.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 12/2012
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