Jugendarbeitslosigkeit

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Infografik Nr. 258310

Jugendarbeitslosigkeit

In Deutschland sind Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren in geringerem Ausmaß von Arbeitslosigkeit betroffen als in den meisten anderen europäischen Ländern. Na ...

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Jugendarbeitslosigkeit

In Deutschland sind Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren in geringerem Ausmaß von Arbeitslosigkeit betroffen als in den meisten anderen europäischen Ländern. Nach den Ergebnissen der europäischen Arbeitskräfteerhebung waren im dritten Quartal 2011 europaweit 21% dieser Altersgruppe arbeitslos. In der Bundesrepublik lag die Quote nicht einmal halb so hoch (9%); nur Österreich und die Niederlande schnitten noch besser ab. Dagegen stellte sich die Lage für die jungen Leute in Spanien und Griechenland, wo fast jeder zweite (45 bzw. 46%) ohne Arbeit war, geradezu dramatisch dar.

Aber auch in Deutschland ist die Arbeitsmarktsituation der Unter-25-Jährigen nicht unproblematisch. Wie aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, schwankte die Jahresdurchschnittszahl der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen zwischen 1991 und 2004 trotz der zur Entlastung eingesetzten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zwischen 400000 und mehr als 500000. Als 2005, nach Einführung des SGB II, ein erweiterter Kreis von Jugendlichen als arbeitslos registriert wurde, stieg die Zahl auf rund 620000. Seitdem war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. 2011 waren im Durchschnitt noch knapp 279000 Jugendliche arbeitslos gemeldet.

Diese Entwicklung ist teils auf positive Konjunkturentwicklungen, teils auf den demographisch bedingten Rückgang der Nachfrage nach Arbeitsplätzen zurückzuführen. Wie der zwischenzeitliche Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Krisenjahr 2009 zeigt, reagieren die Arbeitsmarktchancen der Unter-25-Jährigen auf eine konjunkturelle Abkühlung aber besonders empfindlich. Die Schwellen, denen sich junge Leute bei ihrem Eintritt in die Arbeitswelt gegenübersehen, werden dann rasch unüberwindlich. Die erste Schwelle betrifft Jugendliche, die auf der Suche nach einer Berufsausbildung sind; bleibt die Suche erfolglos, bietet sich als Alternative oft ein Verbleib im so genannten Übergangssystem zwischen Schule und Arbeitsleben an (mit zusätzlichem Schulbesuch, berufsvorbereitenden Maßnahmen usw.), so dass hier meist noch keine offene Arbeitslosigkeit auftritt.

Die zweite Schwelle richtet sich vor den etwas älteren Jugendlichen auf, die nach Abschluss der Berufsausbildung einen Arbeitsplatz anstreben. Verdüstern sich die Konjunkturaussichten, werden weniger Neueinstellungen vorgenommen und befristet Tätige nicht weiterbeschäftigt. Zwar dauert Arbeitslosigkeit bei den 20- bis 24-Jährigen meist nicht sehr lang, doch ist in dieser Phase trotz niedriger Arbeitslosenquote eine große Zahl junger Leute zumindest vorübergehend von Arbeitslosigkeit betroffen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2012
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