Junge Erwachsene ohne Berufsausbildung
Infografik Nr. 247162
In wenigen Jahren scheidet die Boomer-Generation aus dem Erwerbsleben aus. Ein größerer Mangel an Fachkräften ist absehbar. Doch auf der anderen Seite leistet sich unsere Gesellschaft den Luxus, dass ein Fünftel der jungen Erwachsenen keine abgeschlossene Berufsausbildung hat. Wie erklärt sich das? Und was bedeutete das für die Betroffenen?
Durch den Übergang der Boomer-Generation ins Rentenalter entsteht in wenigen Jahren eine riesige Lücke auf dem Arbeitsmarkt. Der heute schon spürbare Mangel an Fachkräften in vielen Wirtschaftszweigen wird sich dramatisch verschärfen, so dass die Wirtschaft insgesamt an Kompetenzen und Fähigkeiten zu verlieren droht. Umso schwerer wiegt die Tatsache, dass ein erheblicher Teil der nachwachsenden Generation über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt. Aus Daten des Mikrozensus ergibt sich, dass fast ein Fünftel der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 34 Jahren (2023: 19,0%) keinen formalen Berufsabschluss vorweisen kann. (Junge Leute, die sich noch in der Ausbildung befinden – Schüler, Studierende, Auszubildende – sind dabei nicht mitgezählt.) Für die Betroffenen besteht auch bei guter Wirtschaftskonjunktur ein erhöhtes Risiko arbeitslos zu werden, und wenn sie eine Beschäftigung finden, verdienen sie in der Regel deutlich weniger als ihre beruflich qualifizierten Altersgenossen.
Die Gründe für den fehlenden Berufsabschluss so vieler Jungerwachsener liegen zum großen Teil in deren Bildungsvorgeschichte. Besonders hoch ist der Anteil ohne berufliche Qualifikation nämlich bei denjenigen, die keinen Schulabschluss erreicht haben (77,5%). Von den früheren Hauptschulabsolventen sind im Alter zwischen 20 und 34 Jahren 41,9% ohne beruflichen Abschluss. Dagegen haben Realschulabsolventen und Abiturienten deutlich weniger Schwierigkeiten, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Die Anteile der 20- bis 34-Jährigen ohne Berufsabschluss beliefen sich für diese beiden Gruppen 2023 auf 18,0% bzw. 7,9%. Über alle Gruppen hinweg lag der Anteil junger Frauen ohne abgeschlossene Berufsausbildung mit 17,2% deutlich unter dem der jungen Männer (20,6%).
Vom Schulabschluss als maßgeblicher Voraussetzung für eine gelingende berufliche Qualifikation führt eine direkte Verbindungslinie zur Einwanderungsgeschichte der jungen Erwachsenen. Von den 20- bis 34-Jährigen, die zu einem früheren Zeitpunkt selbst nach Deutschland einwanderten, hatten 2023 nämlich 38,5% keinen Berufsabschluss. Sie waren häufig durch fehlende Schulbildung im Herkunftsland und ungenügende Sprachkenntnisse beeinträchtigt. Eine Rolle spielte aber auch die Nichtanerkennung ausländischer Berufsabschlüsse durch die Bundesrepublik. Die Nachkommen eingewanderter Eltern wiesen mit 20,7% ebenfalls noch eine überdurchschnittlich hohe Quote ohne Berufsabschluss auf. Von den Jungerwachsenen ohne Einwanderungsgeschichte verfügten dagegen nur 11,1% über keine abgeschlossene Berufsausbildung.
| Ausgabe: | 02/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |