Arbeitswelt im Wandel

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Die deutsche Volkswirtschaft stand in den Jahren nach der deutschen Einigung unter starkem Anpassungsdruck. Davon war vor allem der Osten Deutschlands betroffen, der nach der Wende von 1989 tief einschneidende Veränderungen durchmachte. Der Umbruch von der zentral geleiteten Planwirtschaft zur Marktwirtschaft ließ dort kaum einen Stein auf dem anderen. An die Stelle staatlicher Planvorgaben traten die Gesetze des Wettbewerbs und des Marktes. Da die Wirtschaft der ehemaligen DDR weitgehend von den internationalen Märkten abgeschottet war, hatte die Öffnung der Grenzen umso dramatischere Folgen. Unternehmen und ganze Wirtschaftszweige mussten in den Jahren nach der deutschen Einigung unter hohen Arbeitsplatzverlusten saniert oder ganz aufgegeben werden. Der Bausektor profitierte noch für einige Jahre von der Modernisierung der Infrastruktur, ehe auch dort, wie zuvor schon in der Landwirtschaft, der Industrie und dem öffentlichen Sektor, Arbeitsplätze abgebaut wurden.

Auch die westdeutsche Wirtschaft sah sich wachsenden Herausforderungen gegenüber. Um in der zunehmend enger verflochtenen Weltwirtschaft konkurrenzfähig zu bleiben, verstärkten viele Unternehmen ihre Rationalisierungsmaßnahmen, gliederten Aktivitäten aus, die nicht zu ihrem Kerngeschäft gehörten, und verlagerten Teile ihrer Produktion in Länder mit niedrigeren Lohnkosten. Parallel dazu trieb der Staat die Privatisierung und Liberalisierung vorher öffentlicher Dienstleistungen voran. Der damit einhergehende Strukturwandel erfolgte in Westdeutschland zwar nicht so abrupt wie in den neuen Ländern, ging jedoch ebenfalls mit dem Abbau zahlreicher Arbeitsplätze einher, vor allem in der Industrie. Das Schwergewicht der Beschäftigung verschob sich infolgedessen immer mehr zu den privatwirtschaftlichen Dienstleistungen.

Dazu trugen auch die Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Regierungsjahre (1998-2005) bei: Sie begünstigten die Entstehung von Teilzeit- und Leiharbeit, die überwiegend ebenfalls dem tertiären Sektor zuzurechnen sind. Im Ganzen hat sich so die sektorale Verteilung der Erwerbstätigen in Deutschland gegenüber 1991 gravierend verändert. Der Beschäftigungsanteil des Verarbeitenden Gewerbes (einschl. Energie- und Wasserversorgung und Bergbau) ging bis 2017 um ein Drittel (auf knapp 19 %) zurück. Auch die Landwirtschaft und das Baugewerbe schrumpften. Eine deutliche Ausweitung des Beschäftigungsanteils erfolgte dagegen bei den Dienstleistungen, vor allem im Bereich Information, Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister. Insgesamt gingen 2017 fast 75 % der Erwerbstätigen einer Beschäftigung im Dienstleistungssektor nach.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2018
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