Die Arbeitslosen

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In einem wieder freundlicheren weltwirtschaftlichen Umfeld befand sich die deutsche Wirtschaft 2017 auch im achten Jahr seit der Rezession von 2009 auf Wachstumskurs. Der Aufschwung stützte sich in erster Linie auf den privaten Konsum und die lebhafte Investitionstätigkeit. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Wirtschaftsleistung real um 2,2 % zu. Auch der Arbeitsmarkt präsentierte sich weiterhin in guter Verfassung. So kletterte die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt auf 44,3 Millionen (+1,5 %) und erreichte damit einen neuen Höchststand. Noch stärker legte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu: im Juni 2017 waren 32,2 Mio Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt – rund 722000 oder 2,3 % mehr als im Vorjahr. Einen Rekordstand erreichte auch das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen mit einem Zuwachs um 1,2 % auf rund 60,0 Milliarden Stunden.

Parallel zu dieser Entwicklung nahm das Arbeitskräfteangebot wieder kräftig zu. Betrachtet man allein die demographischen Gegebenheiten, wäre die Nachfrage nach Arbeitsplätzen geschrumpft, weil mehr ältere Menschen aus dem Erwerbsleben ausschieden als junge nachrückten; dem standen aber die Zuwanderung aus dem Ausland und die größere Erwerbsneigung vor allem von Frauen und älteren Jahrgängen gegenüber. Unter dem Strich nahm das Erwerbspersonenpotenzial deshalb um rund 570000 auf 47,1 Millionen zu.

Die starke Flüchtlingszuwanderung der Vorjahre hinterließ zwar ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt, doch ging die Arbeitslosenzahl weiter zurück. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit waren im Jahresdurchschnitt 2,53 Mio Menschen arbeitslos gemeldet (rund 158000 weniger als 2016), davon 1,40 Mio Männer und 1,13 Mio Frauen. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 5,7 % aller zivilen Erwerbspersonen (nach 6,1 % im Vorjahr). In Ostdeutschland ging die Arbeitslosenquote wegen des schrumpfenden Arbeitskräfteangebots deutlicher zurück, lag mit 7,6 % aber immer noch höher als in Westdeutschland (5,3 %). Auf Länderebene bewegte sie sich zwischen 3,2 % in Bayern und 10,2 % in Bremen. Insgesamt sank die registrierte Arbeitslosigkeit 2017 auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Einigung.

Von der rückläufigen Arbeitslosigkeit profitierten nahezu alle Personengruppen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging um 9 % auf rund 900000 zurück. Dagegen stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländer: Hier machten sich Hindernisse wie fehlende Sprachfähigkeiten und berufliche Qualifikationen bemerkbar, die eine raschere Integration vor allem von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt erschwerten.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2018
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