Wohnungsbau in Deutschland 1991-2019

Wohnungsbau in Deutschland 1991-2019

Infografik Nr. 378510

Zwischen 1949 und 1980 wurden in der Bundesrepublik 16,5 Mio Wohnungen fertiggestellt. Als Mitte der 1980er Jahre der Wohnungsbedarf gedeckt schien, sank die Bauproduktion deutlich ab. Schon bald mehrten sich aber die Anzeichen eines neuen Wohnungsmangels, die sich Anfang der 1990er Jahre mit der Zuwanderung aus Ostdeutschland und Osteuropa noch verdichteten.

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Die Beschaffung von Wohnraum war in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf Jahrzehnte hinaus eine der dringlichsten sozialpolitischen Aufgaben. Im früheren Bundesgebiet, wo 1961 rund 30 % mehr Menschen lebten als 1939, blieb zur Verwaltung des Mangels bis in die 1960er Jahre die Wohnungszwangswirtschaft bestehen. Mit der Förderung des Sozialen Wohnungsbaus übernahm der Staat daneben eine Schlüsselrolle bei der Deckung des dringendsten Wohnungsbedarfs.

Zwischen 1949 und 1980 wurden in der Bundesrepublik 16,5 Mio Wohnungen fertiggestellt. Als Mitte der 1980er Jahre der Wohnungsbedarf gedeckt schien, sank die Bauproduktion deutlich ab. Schon bald mehrten sich aber die Anzeichen eines neuen Wohnungsmangels, die sich Anfang der 1990er Jahre mit der Zuwanderung aus Ostdeutschland und Osteuropa noch verdichteten. Steigende Mieten sorgten dafür, dass wieder mehr in den Wohnungsbau investiert wurde. Seinen Höhepunkt erreichte der neue Bauboom in Westdeutschland 1994/95 mit jeweils rund 500 000 fertiggestellten Wohnungen.

Für die ehemalige DDR blieb das Wohnungsproblem bis zuletzt ungelöst. Ein Wohnungsmarkt existierte nicht: Wohnraum unterlag als Mangelobjekt der staatlichen Zuteilung. Nachdem die Wohnungszählung von 1971 erschreckende Mängel aufgezeigt hatte, wurde ein Bau- und Sanierungsprogramm beschlossen, demzufolge bis 1990 rund 2,8 bis 3 Mio Wohnungen neu gebaut oder modernisiert werden sollten. Ein Großteil dieser Wohnungen entstand in den Plattenbauten neuer Großsiedlungen, während der Altbaubestand zusehends verfiel. Nach der &bdquoWende&ldquo erlebte der Wohnungsbau im Osten in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre einen Boom, der aber bald wieder abflachte. In den von Abwanderung betroffenen Regionen häuften sich die Probleme des Wohnungsleerstands; um hier Entlastung zu schaffen, wurden im Rahmen des &bdquoStadtumbaus Ost&ldquo ab 2002 rund 350 000 Wohnungen abgerissen.

Die Auseinanderentwicklung von wachsenden und schrumpfenden Regionen in Deutschland und die verstärkte Zuwanderung aus dem Ausland ließen neue Ungleichgewichte in der Wohnungsversorgung entstehen, zumal sich der Wohnungsbau nach langer Rezession erst ab 2011 wieder erholte. Steil ansteigende Mieten in einigen Ballungsgebieten verschärften den Mangel an erschwinglichem Wohnraum. Immerhin erreichte die Zahl fertiggestellter Wohnungen 2019 (mit 293 000) den höchsten Stand seit fast zwanzig Jahren. Ende 2019 bestanden in Deutschland schätzungsweise 42,5 Mio Wohnungen; damit kamen rund 510 Wohnungen auf jeweils 1000 Einwohner.

Reihe: 53
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Ausgabe: 07/2020
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