Wasserverbrauch im Haushalt
Infografik Nr. 373115
Der Wasserverbrauch der privaten Haushalte in Deutschland schwankt seit vielen Jahren zwischen 120 und 130 Liter pro Kopf und Tag. Wie verteilt sich diese Menge auf Waschen, Kochen, Putzen und andere Zwecke? Und wie verhält sie sich zur indirekten Wassernutzung, nämlich der Menge, die für die Produktion von Nahrungsmitteln, Kleidung und sonstigen Gütern aufgewandt wird?
Der Trinkwasserbedarf der Haushalte hat mit den wachsenden hygienischen Ansprüchen und der fortschreitenden Technisierung des privaten Lebensbereichs in den letzten zwei Jahrhunderten stark zugenommen. Im vorindustriellen Zeitalter brauchte der Mensch nur zwischen 10 und 30 Liter Wasser am Tag für seine persönlichen Bedürfnisse. 1950 belief sich der Pro-Kopf-Verbrauch im damaligen Bundesgebiet bereits auf 85 Liter. Bis 1990 kletterte er in großen Schritten auf nahezu 150 Liter täglich. Seitdem ist der Verbrauch allerdings wieder gesunken: Durch die steigenden Wasser- und Abwassergebühren aufgeschreckt, schränkten die Bundesbürger ihre Wasserentnahme deutlich ein. Nur in den besonders trockenen Jahren 2018-2020 und während der Corona-Pandemie fiel der Verbrauch vorübergehend wieder etwas höher aus. 2025 zapften die deutschen Haushalte (einschl. Kleingewerbe) pro Kopf rund 123 Liter Wasser am Tag.
Rechnet man den kleingewerblichen Anteil heraus, waren es 112 Liter pro Kopf und Tag. Davon wurden lediglich 4 % zum Kochen oder für Getränke benötigt. Wichtigster Verwendungszweck – mit einem Anteil von 44 l oder 40 % – war die Körper- und Gesundheitspflege (Waschen, Baden, Duschen, Zähneputzen). Auf das Wäschewaschen entfielen 13 %, aufs Geschirrspülen 7 %. Zum Putzen oder im Garten wurden zusammen ebenfalls 7 % des Wassers verbraucht. Die übrigen 30 % (33 Liter) liefen durch die Toilette ab.
Nach Schätzungen von Experten ließe sich der tägliche Wasserverbrauch ohne Komfortverlust auf 90 bis 100 Liter drosseln. Über den Sinn solcher Einsparungen sind die Meinungen aber geteilt. Um auch bei geringerem Durchfluss die Wasserqualität zu erhalten, müssten z.B. die Rohrnetze regelmäßig durchspült werden, was zusätzliche Kosten verursacht. In Deutschland herrscht generell zwar kein Wassermangel, jahreszeitlich und regional können aber Engpässe in der Wasserversorgung auftreten, so dass Wassersparen in diesen Fällen durchaus geboten ist.
Ein anderer Aspekt des Wasserverbrauchs verdient jedoch mehr Beachtung: Es handelt sich dabei um die Wassermengen, die für die Produktion von Nahrungsmitteln, Bekleidung und sonstigen Konsumgütern eingesetzt werden. Diese indirekte Wassernutzung beläuft sich laut Umweltbundesamt auf rund 7 200 Liter pro Kopf und Tag, also ein Vielfaches des direkten Wasserverbrauchs. Besonders problematisch daran ist, dass Produkte mit hohem Wasserbedarf wie Obst, Gemüse oder Baumwolle häufig aus Ländern importiert werden, die nur über begrenzte Wasservorräte verfügen oder gar unter Wasserknappheit leiden.
| Ausgabe: | 09/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |