Was eine Arbeitsstunde kostet

Was eine Arbeitsstunde kostet

Infografik Nr. 287318

Zu den Arbeitskosten zählen alle Aufwendungen, die dem Arbeitgeber aus der Beschäftigung einer Arbeitskraft erwachsen: Neben den Bruttolöhnen und -gehältern also auch der Arbeitgeberanteil an den Sozialbeiträgen, die Kosten der beruflichen Aus- und Fortbildung, Anwerbekosten, Zuschüsse zur betrieblichen Altersversorgung, Abfindungen usw.

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In der Bewertung des Wirtschaftsstandorts Deutschland spielen die Kosten des Produktionsfaktors Arbeit eine zentrale Rolle. Seit den 1990er Jahren häuften sich die Fälle, in denen Unternehmen einen Teil ihrer Produktion nach Osteuropa oder Asien verlegten, weil sie dort billigere Arbeitskräfte vorfanden. Allerdings ist die Höhe der Arbeitskosten an sich noch kein schlüssiges Argument für eine Standortverlagerung, denn auch die Produktion in einem Hochlohnland rechnet sich, wenn die Arbeitskosten durch eine entsprechend hohe Arbeitsproduktivität gedeckt sind – von anderen Standortfaktoren ganz abgesehen.

Zu den Arbeitskosten zählen alle Aufwendungen, die dem Arbeitgeber aus der Beschäftigung einer Arbeitskraft erwachsen: Neben den Bruttolöhnen und -gehältern also auch der Arbeitgeberanteil an den Sozialbeiträgen, die Kosten der beruflichen Aus- und Fortbildung, Anwerbekosten, Zuschüsse zur betrieblichen Altersversorgung, Abfindungen usw. Zum besseren Vergleich werden sie auf die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden umgelegt: Feiertage, Krankheits- und Urlaubstage bleiben unberücksichtigt, Überstunden werden hingegen einbezogen.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts beliefen sich die durchschnittlichen Kosten einer Arbeitsstunde in der deutschen Privatwirtschaft 2019 auf 36,00 €. Während im Produzierenden Gewerbe Kosten von 39,60 € je Stunde anfielen, waren es im Dienstleistungsbereich 34,60 €. Zwischen den einzelnen Wirtschaftszeigen bestanden noch wesentlich größere Unterschiede. Überdurchschnittlich hoch bezahlte Arbeitskräfte beschäftigte auch 2019 die Energieversorgung (mit Kosten von 55,60 € je geleistete Arbeitsstunde). Das Verarbeitende Gewerbe, das in besonderem Maß dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt ist, rangierte mit Arbeitskosten von 40,90 € im oberen Mittelfeld.

Bei den privatwirtschaftlichen (marktbestimmten) Dienstleistungen stand die Finanz- und Versicherungsbranche mit Kosten von 54,10 € an der Spitze, während das Gastgewerbe mit 18,70 € weit abgeschlagen den letzten Rang belegte. In der Spreizung der Arbeitskosten spiegelt sich die unterschiedliche Arbeitsproduktivität. Diese wird in erster Linie durch die branchentypische Kapitalausstattung der Arbeitsplätze (Maschinen, Anlagen) und die Qualifikation der Arbeitnehmer bestimmt. Auch ein Großteil der regionalen Arbeitskostenunterschiede findet darin seine Erklärung. Im EU-Vergleich der privatwirtschaftlichen Arbeitskosten belegte Deutschland 2019 den siebten Rang. Dänemark wies mit 46,30 € je Stunde die höchsten Arbeitskosten auf, Bulgarien mit 6,00 € die niedrigsten.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2020
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