Was eine Arbeitsstunde kostet

Was eine Arbeitsstunde kostet

Infografik Nr. 287318

Was eine Arbeitsstunde kostet

In der Bewertung des Wirtschaftsstandorts Deutschland spielen die Kosten des Produktionsfaktors Arbeit eine zentrale Rolle. Seit den 1990er Jahren ...

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Was eine Arbeitsstunde kostet

In der Bewertung des Wirtschaftsstandorts Deutschland spielen die Kosten des Produktionsfaktors Arbeit eine zentrale Rolle. Seit den 1990er Jahren häuften sich die Fälle, in denen Unternehmen einen Teil ihrer Produktion nach Osteuropa oder Asien verlegten, weil sie dort billigere Arbeitskräfte vorfanden. Allerdings ist die Höhe der Arbeitskosten an sich noch kein schlüssiges Argument für eine Standortverlagerung, denn auch die Produktion in einem Hochlohnland rechnet sich, wenn die Arbeitskosten durch eine entsprechend hohe Arbeitsproduktivität gedeckt sind – von anderen Standortfaktoren ganz abgesehen.

Zu den Arbeitskosten zählen alle Aufwendungen, die dem Arbeitsgeber aus der Beschäftigung einer Arbeitskraft erwachsen: Neben den Bruttolöhnen und -gehältern also auch der Arbeitgeberanteil an den Sozialbeiträgen, die Kosten der beruflichen Aus- und Fortbildung, Anwerbekosten, Zuschüsse zur betrieblichen Altersversorgung, Abfindungen usw. Zum besseren Vergleich werden sie auf die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden umgelegt: Feiertage, Krankheits- und Urlaubstage bleiben also unberücksichtigt, Überstunden werden hingegen einbezogen.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts beliefen sich die durchschnittlichen Kosten einer Arbeitsstunde in der deutschen Privatwirtschaft 2013 auf 31,70 €. Während im Produzierenden Gewerbe Kosten von 34,90 € je Stunde anfielen, waren es im Dienstleistungsbereich 29,00 €. Zwischen den einzelnen Wirtschaftszeigen bestanden noch wesentlich größere Unterschiede. Die „teuersten“ Arbeitskräfte beschäftigte auch 2013 die Energieversorgung (mit Kosten von 49,00 € je geleistete Arbeitsstunde). Das Verarbeitende Gewerbe, das in besonderem Maß dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt ist, rangierte mit Arbeitskosten von 36,20 € im oberen Mittelfeld.

Bei den privatwirtschaftlichen (marktbestimmten) Dienstleistungen stand die Finanz- und Versicherungsbranche mit Kosten von 47,50 € an der Spitze, während das Gastgewerbe mit 15,30 € weit abgeschlagen den letzten Rang belegte. In der Spreizung der Arbeitskosten spiegelt sich die unterschiedliche Arbeitsproduktivität. Diese wird in erster Linie durch die branchentypische Kapitalausstattung der Arbeitsplätze (Maschinen, Anlagen) und die Qualifikation der Arbeitnehmer bestimmt. Auch ein Großteil der regionalen Arbeitskostenunterschiede findet darin seine Erklärung. Im EU-Vergleich der privatwirtschaftlichen Arbeitskosten belegte Deutschland 2013 den siebten Rang. Schweden wies mit 43,00 € je Stunde die höchsten Arbeitskosten auf, Bulgarien mit 3,70 € die niedrigsten.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2014
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