Bruttoverdienste von Männern und Frauen

Bruttoverdienste von Männern und Frauen

Infografik Nr. 286141

Wie viel verdienen Frauen und Männer im Vergleich in verschiedenen Branchen? Dieses ZAHLENBILD gibt Antworten.

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Berufstätige Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Das zeigen die Zahlen der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamts für das 2. Quartal 2020. Danach kamen die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich der Bundesrepublik auf einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 24,22 € (ohne Sonderzahlungen). Männer bezogen im Durchschnitt 25,20 €; Frauen blieben mit 21,92 € um mehr als 3 € dahinter zurück.

Die Durchschnittsverdienste liefern allerdings nur ein grobes Bild der Lohnverhältnisse, unter denen die Beschäftigten in Deutschland arbeiten. Je nach Wirtschaftszweig, Status oder Leistungsgruppe können die Bruttolöhne und -gehälter für beide Geschlechter deutlich von den genannten Mittelwerten abweichen. Auch im Ost-West-Vergleich sind die Verdienstunterschiede nach wie vor beträchtlich. Es lohnt sich also, genauer hinzusehen.

Nimmt man die einzelnen Branchen, auf die sich die Verdiensterhebung erstreckt, so schwanken die Durchschnittsverdienste der Vollzeitbeschäftigten – Männer und Frauen zusammengenommen – zwischen mehr als 40 € in einigen Zweigen der Finanz- und Versicherungswirtschaft und knapp 14 € in Restaurants, Cafés usw. Niedrig ist das Lohnniveau auch in Zeitarbeitsunternehmen, in bestimmten Sparten des Ernährungsgewerbes, im Textilgewerbe oder im Einzelhandel, weit überdurchschnittlich dagegen in Branchen wie der Chemischen Industrie, der Automobilindustrie, der Mineralölverarbeitung, der Luft- und Raumfahrtindustrie und generell im Bereich der Finanzdienstleistungen.

Wie hoch das Verdienstniveau indessen auch sein mag: von Ausnahmen abgesehen haben die weiblichen Beschäftigten am Monatsende stets weniger auf dem Lohnkonto als ihre männlichen Kollegen. Männer besetzen häufiger Posten, die eine höhere Qualifikation erfordern oder mit Führungsfunktionen ausgestattet und daher besser dotiert sind, während Frauen eher mit den einfacheren Büro- und Fertigungstätigkeiten vorliebnehmen müssen. Hätten Frauen die gleichen Tätigkeiten wie die Männer, würde sich der Verdienstabstand deutlich reduzieren. Als weitere Ursachen der Lohndifferenzen kommen die Dauer der Betriebszugehörigkeit, der Familienstand oder die Unternehmensgröße in Frage. Werden auch sie ausgeschaltet, bleibt aber noch immer ein Rest-Unterschied: 2018 belief sich dieser bereinigte Gender Pay Gap nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts auf 6 %.

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