Privatinsolvenzen in Deutschland

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Privatinsolvenzen in Deutschland

Durch die Reform des Insolvenzrechts im Jahr 1999 erhielten private Schuldner die Möglichkeit, die ihre Kräfte übersteigende Schuldenlast in einem vere ...

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Privatinsolvenzen in Deutschland

Durch die Reform des Insolvenzrechts im Jahr 1999 erhielten private Schuldner die Möglichkeit, die ihre Kräfte übersteigende Schuldenlast in einem vereinfachten Insolvenzverfahren zu bereinigen und eine neue Seite in ihrem Leben aufzuschlagen. Dieser Teil der Reform zielte vor allem auf Verbraucher ab, die sich hoch verschuldet hatten und durch Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung oder ähnliche Rückschläge in eine ausweglose Situation geraten waren. In den ersten Jahren nach der Reform stieg die Zahl der sogenannten Verbraucherinsolvenzen daher sprunghaft an.

Der Begriff Privatinsolvenzen umfasst darüber hinaus auch ehemals selbstständig Tätige, die mit ihrem Gewerbe finanziell gescheitert sind und je nach der Komplexität ihrer Vermögensverhältnisse und der Zahl ihrer Gläubiger ein vereinfachtes oder ein reguläres Insolvenzverfahren durchlaufen. Wie aus einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel hervorgeht, wurden in Deutschland 2010 rund 139 100 Privatinsolvenzen angemeldet. Nach einem Zwischenhoch im Jahr 2007 (mit 137 000) erreichte die Welle der kleineren Insolvenzen damit ihren bislang höchsten Stand. In ihm spiegeln sich die Folgen der Finanz- und Wirtschafts­krise, des Zusammentreffens von wirtschaftlichen Rückschlägen und verschärften Kreditbedingungen, für private Haushalte und kleine Unternehmer. Seitdem ging die Zahl der jährlichen Privatinsolvenzen wieder deutlich zurück (2013 auf rund 121 800), da sich die verbesserte Konjunktur und die sinkende Arbeitslosigkeit positiv auf die Verschuldungssituation auswirkten.

Auffällig sind die regionalen Unterschiede in der Häufigkeit privater Insolvenzen. Gemessen an der Einwohnerzahl zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Während in Baden-Württemberg und Bayern 2013 nur 104 bzw. 105 Privatinsolvenzen auf je 100 000 Einwohner entfielen, waren es in Hamburg (203) und Niedersachsen (204) fast doppelt so viele. Die höchste Insolvenzquote wurde in Bremen registriert (252). Alle übrigen Länder ordneten sich dazwischen ein, so z.B. Hessen (134), Sachsen (139), Rheinland-Pfalz (148), Berlin (166) und Nordrhein-Westfalen (169). Im Bundesdurchschnitt kamen 151 Privatinsolvenzen auf je 100 000 Einwohner.

In der Aufteilung nach dem Alter der Schuldner sind die Jahrgänge zwischen 41 und 50 am häufigsten von einer Insolvenz betroffen. In dieser Altersgruppe zerplatzt oft der Traum vom eigenen Heim, weil die finanziellen Verpflichtungen nicht mehr bewältigt werden können. Ein Warnzeichen ist darin zu sehen, dass die Insolvenzen bei den Älteren (ab 61 Jahren) 2013 entgegen dem Trend noch kräftig zunahmen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2014
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