Robo-Advisor - digitale Geldanlage
Infografik Nr. 462203
Wer sein Geld auf Konten und Sparbüchern parkt, verschenkt Renditemöglichkeiten. Aber nicht jeder will sich einen Anlageberater leisten oder sich selbst ein Aktiendepot zusammenstellen. Vielleicht hilft aber ein Robo-Advisor weiter. Wie funktioniert die Geldanlage mit seiner Unterstützung? Was sind seine Vor- und Nachteile? Informationen zur finanziellen Grundbildung!
Das Kurzwort „Robo-Advisor“, zusammengezogen aus dem englischen „robotic advisor“ („automatisierter Berater“), steht für eine digitale Vermögensverwaltung, die mithilfe von Algorithmen das Vermögensportfolio eines Anlegers zusammenstellt und verwaltet. Robo-Advisor sind damit den FinTechs zuzuordnen, die neue technologische Lösungen für die klassischen Finanzdienstleistungen von Banken und Finanzberatern anbieten. Ein Robo-Advisor empfiehlt sich als komfortable, zeit- und kostensparende Alternative für Anleger, die sich nicht selbst um ihre Börsengeschäfte kümmern wollen oder können und den Aufwand für eine professionelle Anlageberatung scheuen.
Ein Robo-Advisor ermittelt zunächst anhand eines Fragenkatalogs die Erfahrungen des Anlegers mit verschiedenen Finanzinstrumenten, seine finanziellen Verhältnisse sowie den Anlagehorizont, die Renditeerwartungen und die Risikobereitschaft. Auf dieser Grundlage erstellt der Advisor sodann eine mögliche Anlagestrategie, über die der Kunde schließlich entscheiden muss. In der Regel enthält der Vorschlag eine feste prozentuale Aufteilung des Portfolios auf Aktien (als Renditebringer) und Anleihen (als stabilisierendes Element); selten werden auch Anlageklassen wie Rohstoffe oder Immobilien beigemischt.
Es gibt dann verschiedene Formen, wie ein Robo-Advisor im Vermögensmanagement eingesetzt wird. Im ersten Fall trifft ein Computer auf der Grundlage festgelegter Algorithmen eine eigenständige Anlageentscheidung; im zweiten Ansatz entscheiden am Ende Finanzexperten auf der Basis der vom Algorithmus vorgegebenen Produktvorschläge. Bei der Zusammensetzung des Portfolios werden sehr häufig kostengünstige ETFs eingesetzt. Der digitale Vermögensverwalter kontrolliert das Portfolio und passt seine Zusammensetzung von Zeit zu Zeit automatisch an, damit die ursprüngliche Gewichtung zur Erhaltung des Risikoprofils wiederhergestellt wird (Rebalancing).
Ein Vorteil der Robo-Advisor sind die geringeren Kosten als bei einer aktiven Anlage durch Fondsmanager oder Vermögensverwalter. Die für eine Anlage aufzubringenden Mindestbeträge sind meist so gering, dass von einer „Demokratisierung der Geldanlage“ gesprochen wird. Fast alle Anbieter haben Sparpläne im Programm. Und die Roboter bieten jederzeit einen transparenten Überblick über die Geldanlage. Für ältere, digital weniger geübte Anleger kann der geringere persönliche Kontakt ein Nachteil sein. Robo-Advisor reagieren langsam und müssen plötzliche Marktchancen auslassen (sehen in ihrer emotionslosen Stetigkeit aber auch einen besonderen Vorzug).
| Ausgabe: | 03/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |