Bodennutzung in Deutschland

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In einem dicht besiedelten Land wie der Bundesrepublik Deutschland ist der Boden ein knappes Gut, um dessen Nutzung die unterschiedlichsten Interessen konkurrieren – und das mit weit in die Zukunft reichenden Konsequenzen. Denn einmal getroffene Entscheidungen zur Raumordnung oder Bodennutzung wirken in der Regel lange nach und binden auch noch spätere Generationen. Im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie gab die Bundesregierung deshalb das Ziel aus, die Ausdehnung der Siedlungs- und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2020 auf 30 ha pro Tag zu reduzieren. Damit sollte die Zersiedlung und Zerschneidung der Landschaft gebremst, sollten natürliche Lebensräume bewahrt werden und Flächen für die Land- und Forstwirtschaft erhalten bleiben. Aus heutiger Sicht ist dieses Ziel allerdings kaum erreichbar.

Nach den Zahlen der Flächenerhebung 2015 des Statistischen Bundesamts werden von den 357409 Quadratkilometern des Bundesgebietes derzeit rund 49065 qkm (13,7 %) als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt. 1992 waren es erst 40305 qkm (11,3 %). Im Durchschnitt der Jahre 2012-2015 wurden immer noch rund 66 ha pro Tag zusätzlich für Gebäude, Verkehrswege und Umschlagplätze, Betriebsflächen, Erholungsflächen usw. in Anspruch genommen. In Westdeutschland entfallen 15,1 % der Gesamtfläche auf diese intensive Nutzung, in Ostdeutschland (einschließlich Berlin) sind es 10,7 %. Dort war nach der deutschen Einigung ein enormer Flächenbedarf für Wohnbauten, Gewerbeflächen und Verkehrswege aufgetreten, nachdem sich die Siedlungsfläche zuvor über Jahrzehnte nur mäßig ausgedehnt hatte.

Von den Flächenländern der Bundesrepublik weist Nordrhein-Westfalen (mit fast 23 %) den höchsten Anteil an Siedlungs- und Verkehrsflächen auf, Mecklenburg-Vorpommern (mit 8 %) den niedrigsten. In den Stadtstaaten liegt der entsprechende Flächenanteil zwischen 56 % (in Bremen) und 70 % (in Berlin). Nach Schätzungen des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung ist etwa die Hälfte dieser Flächen versiegelt, der Boden damit in seinen natürlichen Funktionen gestört.

Nach wie vor wird das Bundesgebiet jedoch überwiegend (zu 51,6 %) landwirtschaftlich genutzt, auch wenn die Landwirtschaftsfläche seit 1992 um rund 10780 qkm zurückgegangen ist. Der Wald hat durch Aufforstungen sogar an Boden gewonnen, so dass er heute 30,6 % der Fläche bedeckt. Die Gewässer nehmen 2,4 % der Fläche ein. Weitere 1,7 % entfallen auf Abbauland (z.B. im Braunkohletagebau), so genanntes Unland und sonstige Nutzungsarten. Durch die Rekultivierung ehemaliger Tagebaue und andere Sanierungsmaßnahmen hat sich der Anteil derartiger Flächen in den letzten Jahren deutlich verringert.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2017
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