Pkw-Bestand in Deutschland

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Die Welle der Motorisierung in Deutschland hält schon seit Jahrzehnten an und ein Ende ist immer noch nicht abzusehen. Im Jahr 1950 waren auf den Straßen des damaligen Bundesgebietes gerade erst 598000 Personenkraftwagen unterwegs. Bis 1960 nahm der Pkw-Bestand schon auf rund 4,5 Mio zu und bis 1970 verdreifachte er sich noch einmal auf 13,9 Mio. Der Siegeszug des Automobils stand in enger Wechselbeziehung zu den Entscheidungen der staatlichen Verkehrspolitik, die dem Individualverkehr Vorrang einräumte und deshalb den Ausbau des Straßennetzes mit Nachdruck vorantrieb.

Zwar waren die negativen Folgen der Motorisierung – hohe Unfallzahlen, die Belastung der Umwelt durch Lärm und Abgase, die Auszehrung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs – nicht zu übersehen, doch wurden sie im Bewusstsein der breiten Bevölkerung aufgewogen durch den Zugewinn an Mobilität, den das Auto nahezu allen Bevölkerungsschichten brachte. So stieg die Zahl der zugelassenen Pkw bis 1980 in ununterbrochener Linie auf 23,2 Mio. Und obwohl für die 1980er Jahre vielfach schon eine Sättigung des Automarkts vorhergesagt worden war, setzte sich der Wachstumstrend weiter fort. 1990 waren im alten Bundesgebiet bereits 30,7 Mio Pkw registriert – umgerechnet 480 Pkw je 1000 Einwohner.

Auch in der ehemaligen DDR spielte der motorisierte Individualverkehr mit den Jahren eine zunehmend wichtige Rolle. Seine Entwicklung wurde zwar durch die viel zu knappe Versorgung mit Neuwagen und Ersatzteilen und durch die Mängel der Verkehrsinfrastruktur gebremst, aber 1989 waren in der DDR bereits 3,9 Mio Pkw in Betrieb (240 Pkw je 1000 Einwohner). Nach der deutschen Einigung nahm der Pkw-Bestand in den neuen Ländern sprunghaft zu und wurde dabei in wenigen Jahren durchgreifend erneuert.

Bis zum Jahr 2005 wuchs der Pkw-Bestand bundesweit auf 45,4 Mio Fahrzeuge an. Seit 2008 werden vorübergehend stillgelegte Fahrzeuge in der Bestandsstatistik nicht mehr berücksichtigt. Abgesehen von dieser statistischen Bereinigung nahm der Bestand weiterhin zu – 2017 auf 45,8 Mio (etwa 550 Fahrzeuge je 1000 Einwohner). Die Shell-Pkw-Studie von 2014 rechnet wegen des steigenden Motorisierungsgrads der Frauen mit einer weiteren Zunahme des Pkw-Bestands bis in die 2020er Jahre hinein und prognostiziert erst für die Zeit danach einen Rückgang aufgrund schrumpfender Bevölkerungzahlen. Es bleibt allerdings zu fragen, wie sich diese Entwicklung mit dem Fernziel einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Mobilität vereinigen lässt. So sind alternative Antriebsarten (Elektro, Hybrid, Gas) mit einem Anteil von 1,6 % am Pkw-Bestand (Anfang 2017) nach wie vor nur eine Randerscheinung.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Ausgabe: 07/2017
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