Schattenwirtschaft - Schwarzarbeit

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Zur Finanzierung der Staatsaufgaben und des sozialen Sicherheitssystems müssen die Bürger einen erheblichen Teil ihres Einkommens in Form von Steuern und Sozialbeiträgen an die öffentlichen Kassen abführen. Manch einer – ob Arbeitnehmer, Unternehmer oder Auftraggeber – unterliegt deshalb der Versuchung, den Fiskus und die Sozialkassen leer ausgehen zu lassen und ihnen die eigentlich fälligen Abgaben vorzuenthalten. Das Phänomen der Abgabenvermeidung ist wohl in allen Staaten zu beobachten. Es kann sich so weit ausbreiten, dass neben der „offiziellen“ Volkswirtschaft eine allgemein geduldete Schattenwirtschaft existiert, die zwar durchaus Werte schafft, zugleich aber das Gemeinwesen in seinen Leistungen und Funktionen beeinträchtigt.

Das Ausmaß der Schattenwirtschaft zu erfassen ist allerdings nicht einfach. Schon ihre Definition wirft Schwierigkeiten auf. In einer engeren Abgrenzung umfasst sie wirtschaftliche Aktivitäten in Erwerbsabsicht, die an sich legal sind, jedoch illegal ausgeführt und am Fiskus vorbei entlohnt werden, insbesondere in der klassischen Form der Schwarzarbeit. In einem umfassenderen Verständnis könnte sie außerdem kriminelle Tätigkeiten (wie die Produktion von Rauschgift) sowie Erscheinungsformen der „informellen Ökonomie“ (wie die sogenannte Nachbarschaftshilfe) einbeziehen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass es über Schattenwirtschaft kaum hieb- und stichfeste Informationen gibt. Um ihren Umfang abschätzen zu können, muss man sich ihr auf Umwegen annähern. Das kann z.B. mithilfe von Umfragen unter potenziellen Nutzern und Anbietern von Schwarzarbeit geschehen. Eine andere Methode beruht auf der Annahme, dass in der Schattenwirtschaft üblicherweise mit Bargeld gearbeitet wird, um keine Spuren zu hinterlassen. Steigt der Bargeldumlauf über einen „Normalwert“ hinaus, lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Größenordnung der Schattenwirtschaft ziehen.

Andere, modellgestützte Schätzverfahren berücksichtigen ein ganzes Bündel von Ursachen und Indikatoren, um daraus auf die Ab- oder Zunahme der Schattenwirtschaft zu schließen. Eine Modellschätzung des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider veranschlagt den Umfang der Schattenwirtschaft in Deutschland für das Jahr 2016 auf 336 Mrd € – 10,8 % des offiziellen Bruttoinlandsprodukts. Von anderen Forschern wird eine solche Größenordnung als weit überhöht in Zweifel gezogen. Schneider nimmt an, dass Mindestlöhne, höhere Sozialbeiträge und die „kalte Progression“ bei der Einkommensteuer mehr Schwarzarbeit hervorbringen, eine lebhaftere Konjunktur mit hoher Beschäftigung sie aber zurückgehen lässt.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2017
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