Das Volkseinkommen - wie verteilt?

Das Volkseinkommen - wie verteilt?

Infografik Nr. 491510

Die Lohnquote

Im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für die Bundesrepublik Deutschland berechnet das Statistische Bundesamt auch die Höhe des Volkseinkommens. Darunter ver ...

Verfügbare Produktformate:

Die Lohnquote Im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für die Bundesrepublik... mehr
Mehr Details zu "Das Volkseinkommen - wie verteilt?"

Die Lohnquote

Im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für die Bundesrepublik Deutschland berechnet das Statistische Bundesamt auch die Höhe des Volkseinkommens. Darunter versteht man die Summe der Einkommen, die im Lauf eines Jahres durch Beteiligung am Produktionsprozess entstehen, das heißt der Arbeitnehmerentgelte einerseits und der Unternehmens- und Vermögenseinkommen andererseits. Die beiden Einkommensarten lassen sich zwar nicht ausschließlich der einen oder anderen sozialen Gruppe zurechnen – auch viele Arbeitnehmer verfügen heute über Vermögenseinkommen, auch Unternehmer erbringen eine persönliche Arbeitsleistung –, aber sie vermitteln doch einen groben Eindruck davon, wie die Faktoren „Arbeit“ und „Kapital“ bei der Verteilung des Einkommenskuchens abschneiden. Die Lohnquote – das ist der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am gesamten Volkseinkommen – gehört deshalb zu den am stärksten beachteten Kennzahlen der Verteilungsrechnung.

Machten die Arbeitnehmerentgelte im Jahr 2000 noch rund 72 % des Volkseinkommens aus, so trat in den Folgejahren (bis 2007) ein dramatischer Verfall der Lohnquote ein. Darin spiegelte sich die stockende Entwicklung der Löhne einerseits und die deutliche Zunahme der Unternehmensgewinne und Kapitalerträge andererseits. Normalerweise schwankt die Lohnquote mit der Konjunktur: Zu Beginn einer wirtschaftlichen Schwächephase, wenn der Beschäftigungsgrad noch hoch ist, die Gewinne aber schrumpfen, nimmt der Anteil der Löhne am Volkseinkommen rechnerisch zu. Umgekehrt verhält es sich in einem Aufschwung. In den Jahren 2000 bis 2007 sank die Lohnquote aber durchgehend und erreichte 2007 mit 63,6 % den tiefsten Stand seit den 1960er Jahren. Erst in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 stieg die Lohnquote wieder, da die Kapitaleinkommen stark zurückgingen. Aber schon ab 2010 knüpften die Unternehmens- und Vermögenseinkommen an ihre frühere Aufwärtsentwicklung an. Da mit steigender Beschäftigung auch die Löhne zulegten, pendelte sich deren Anteil am Volkseinkommen ab 2012 bei rund 68 % ein. 2015 bezifferte sich das Volkseinkommen auf 2261 Mrd €. Davon entfielen 1543 Mrd € (68,3 %) auf das Arbeitnehmerentgelt und 718 Mrd € (31,7 %) auf die Unternehmens- und Vermögenseinkommen.

Der Sachverständigenrat ermittelt statt der klassischen Lohnquote eine Arbeitseinkommensquote, um die funktionale Einkommensverteilung zwischen Arbeit und Kapital deutlicher herauszustellen. Dabei wird dem Faktor Arbeit neben dem Arbeitnehmerentgelt auch ein rechnerischer Unternehmerlohn zugeschlagen. Auch diese Quote schrumpfte zwischen 2000 und 2007: von 79,9 auf 71,7 %; 2015 lag sie bei 75,9 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 03/2016
Zuletzt angesehen