Arbeitsausfälle und ihre Kosten

Arbeitsausfälle und ihre Kosten

Infografik Nr. 280225

Durch den Produktionsausfall infolge krankheits- und unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit entstehen der Gesellschaft erhebliche indirekte Kosten. Die Dortmunder Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat für das Jahr 2016 überschlägig berechnet, wie hoch diese Kosten sind. Da die 39,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Lauf des Jahres für durchschnittlich 17,2 Kalendertage ausfielen, gingen insgesamt 675 Millionen Tage oder 1,8 Millionen Erwerbsjahre verloren.

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Dass Arbeitnehmer gelegentlich erkranken oder einen Unfall erleiden und deshalb nicht zur Arbeit gehen können, gehört zum Berufsalltag. Meist sind sie nach ein paar Tagen wiederhergestellt und nehmen ihre Beschäftigung wieder auf. Bezogen auf die gesamte Volkswirtschaft summieren sich die Ausfallzeiten allerdings zu einem Problem von beträchtlichem Ausmaß: Durch den Produktionsausfall infolge krankheits- und unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit entstehen der Gesellschaft erhebliche indirekte Kosten.

Die Dortmunder Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat für das Jahr 2016 überschlägig berechnet, wie hoch diese Kosten sind. Da die 39,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Lauf des Jahres für durchschnittlich 17,2 Kalendertage ausfielen, gingen insgesamt 675 Millionen Tage oder 1,8 Millionen Erwerbsjahre verloren. Setzt man den Wert der ausgefallenen Produktion mit dem durchschnittlichen Arbeitnehmerentgelt von rund 40700 € pro Jahr an, so beziffern sich die Produktionsausfallkosten 2016 auf durchschnittlich 1914 € je Arbeitnehmer und auf 75 Milliarden € für die gesamte Volkswirtschaft. Natürlich handelt es sich dabei um eine hypothetische Rechnung, denn krankheitsbedingte Fehlzeiten lassen sich nun einmal nicht völlig ausschließen. Andererseits geht ein erheblicher Teil dieser Ausfälle auf Belastungen im Arbeitsprozess selbst zurück, so dass Bemühungen um eine Reduzierung der Ausfallkosten auch dort beginnen müssten.

Ein Ansatzpunkt für Erfolg versprechende Vorsorgemaßnahmen ergibt sich aus der Aufschlüsselung der Arbeitsausfälle nach den diagnostizierten Krankheitsarten. Die meisten Ausfälle – mit 23% der Ausfalltage – sind auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (z.B. Rückenbeschwerden) zurückzuführen. An die zweite Stelle der Ausfallursachen sind inzwischen psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen gerückt (16 %). Danach folgen Erkrankungen des Atmungssystems (14 %) sowie Verletzungen, Vergiftungen und Unfälle (12 %). Erkrankungen des Kreislauf- und des Verdauungssystems tragen mit jeweils 5 % zu den Arbeitsausfällen bei.

Wie ein Bericht des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen zeigt, variieren die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen stark nach Branchen und Berufen. Die längsten Ausfallzeiten (mit durchschnittlich 26 bis 27 Krankheitstagen je Beschäftigten) wurden 2016 bei Reinigungsberufen, Transportfahrern sowie bei Verkehrs- und Logistikberufen (ohne Fahrzeugführung) registriert. Dagegen waren Lehrer/-innen oder Informatiker/-innen im Durchschnitt nur 10 Tage arbeitsunfähig.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2018
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