Verbraucherausgaben für Bio-Lebensmittel
Infografik Nr. 292118
Bio-Lebensmittel führten lange ein Nischendasein im Einzelhandel. Spätestens seit sich auch die großen Ladenketten und Discounter diesem Thema widmen, ist das nicht mehr so. Sehen Sie, wie sich die Umsatzzahlen seit 2005 entwickelt haben und welche Bio-Produkte besonders gefragt sind!
Für den Einkauf von Bio-Lebensmitteln gaben die Verbraucher in Deutschland 2025 den Rekordbetrag von 18,2 Mrd € aus. Rückblickend auf die Jahre seit 2000 lässt sich ein fast kontinuierlich steigender Trend zu Bio- oder Öko-Produkten ausmachen. Die Methoden zur Schätzung des Umsatzes änderten sich in diesem Zeitraum allerdings mehrfach, so dass ein längerfristiger Vergleich erschwert ist. Mit einem Anteil von rund 7 % an den gesamten Ausgaben für Nahrungsmittel spielen Bio-Produkte zwar immer noch eine Nebenrolle, sind aber längst nicht mehr auf eine Nische des Lebensmittelmarkts beschränkt. Dazu trug bei, dass in den letzten Jahren Vollsortimenter, Discounter und Drogeriemärkte ihr Bio-Sortiment stark erweiterten. Nicht zuletzt deshalb kletterte der Anteil des Lebensmittel-Einzelhandels (einschl. Drogeriemärkte) an den Ausgaben für Bio-Lebensmittel 2025 auf 70 %. Der Naturkostfachhandel, dessen Umsätze nicht so rasch stiegen, hielt noch einen Anteil von 18 %; Hofläden, die neben den eigenen Erzeugnissen auch größere Mengen aus fremder Produktion verkaufen, sind darin enthalten. Die übrigen 12 % entfielen auf den Facheinzelhandel wie Bäckereien und Metzgereien, Obst- und Gemüseläden, auf Marktstände, den Ab-Hof-Verkauf, den Versandhandel und sonstige Verkaufswege.
Lässt der steigende Umsatz mit Bio-Lebensmitteln auf ein allgemein wachsendes Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher schließen, so sind doch nicht alle Bio-Produkte in gleichem Maße gefragt. Spitzenreiter nach Marktanteilen sind pflanzliche Milchgetränke (z.B. Soja- oder Hafermilch), die 2025 zu 67 % aus biologischer Erzeugung stammten. Bio-Mehl kam 2024 auf einen Marktanteil von 20 %, Bio-Milch auf 14 %, Bio-Eier auf ebenfalls 14 %. Starke Unterschiede sind bei Fleisch zu verzeichnen: Während Schweinefleisch nach Verkaufserlösen gerechnet nur zu knapp 2 % bio ist, trifft dies bei Rindfleisch auf 7 % zu. Hier fällt die Umstellung der Verbrauchergewohnheiten offenbar nicht so leicht und die Kaufentscheidung wird wohl noch stärker durch den Preisunterschied gegenüber konventionell erzeugten Produkten beeinflusst.
Bio-Lebensmittel müssen nach der EU-Verordnung für den ökologischen Landbau hergestellt werden, das heißt ● durch Anwendung nachhaltiger, natürlicher und artgerechter Verfahren der Landbewirtschaftung und der Tiererzeugung, unter Verzicht auf synthetisch-chemische Betriebsmittel und durch ● schonende, sorgfältige Verarbeitung der biologisch erzeugten Grundstoffe, die nur ausnahmsweise durch nicht-ökologische Zutaten ergänzt werden dürfen. Verpackte verarbeitete Lebensmittel, die diese Kriterien erfüllen, sind durch das EU-Bio-Label zu kennzeichnen. Ergänzend dürfen sie auch das deutsche Bio-Siegel tragen.
| Ausgabe: | 08/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |